Kurator
Michel Gauthier, Konservator der Sammlung für zeitgenössische Kunst, Centre Pompidou, Musée national d’art moderne

Datum
Ort
Galerie 3
Kurator
Michel Gauthier, Konservator der Sammlung für zeitgenössische Kunst, Centre Pompidou, Musée national d’art moderne
Anlässlich des 100. Geburtstags von François Morellet (1926-2016) präsentiert das Centre Pompidou-Metz eine Retrospektive mit 100 Werken aus den Jahren 1941 bis 2016 und damit die bis dato umfassendste Rückschau auf das Schaffen des Künstlers.
Was Morellet so besonders macht, ist, dass er gleichzeitig der wichtigste französische Vertreter der geometrischen Abstraktion ist und maßgeblich zu deren Niedergang beigetragen hat. Die große Retrospektive im Centre Pompidou-Metz nimmt entlang von ausgewählten Werken jene Ambivalenz zwischen Unvernunft und Vernunft, **zwischen dem Erbe Francis Picabias und jenem Piet Mondrians in den Blick, auf die Morellet sich so gerne berief. **.
Auf den 1.200 m2 von Galerie 3 des Centre Pompidou-Metz eröffnet die Ausstellung dem Publikum die Möglichkeit, diese Ambivalenz in zwei chronologischen Rundgängen auf sich wirken zu lassen. Den Auftakt bilden Morellets erste, bis dato nur wenig gezeigte malerische Experimente aus den 1940er-Jahren, während am Ende des Parcours seine barocken Neons aus den 2020er-Jahren warten. Da ist auf der einen Seite der Morellet, der sich dem Triumph der Regel und den Segnungen des malerischen Materialismus verschrieben hat, auf der anderen aber auch der Künstler, der für optische Unvernunft, für neo-dadaistische Distanz steht. Nur eine dieser beiden Seiten hätte ausgereicht, um Morellet einen Platz in der Kunstgeschichte zu sichern. Im Centre Pompidou-Metz kann man sich vom 3. April bis 28. September davon überzeugen, dass Morellet gleich doppelte Größe hat.
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