22. Nov. 2019 23. Aug. 2021

Konstruierte Welten

Eine Auswahl an Skulpturen des Centre Pompidou
André Cadere, Six barres de bois rond, 1975

Datum

22. Nov. 2019 23. Aug. 2021

Ort

Galerie 1

Kommissare

Bernard Blistène, Direktor des Musée national d’art moderne, mit Jean-Marie Gallais, Leiter der Programmabteilung des Centre Pompidou- Metz Forschungs- und Ausstellungsbeauftragte: Hélène Meisel

Ein Großteil der modernen Bildhauerei bricht seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts mit Traditionen und tendiert stattdessen zur Abstraktion. Paradoxerweise geht es dabei jedoch darum, eine universellere und objektivere Analyse der Welt vorzunehmen: Manche Künstler, wie z. B. die Kubisten, begnügen sich nicht mehr damit, an der Oberfläche zu bleiben. Ihr Ziel ist vielmehr, die den Dingen inhärente Gliederung zu zeigen. Die Objekte, mit denen sie sich beschäftigen, unterteilen sie daher in Linien, Volumen und Pläne. Künstler verschiedener avantgardistischer Richtungen nennen ihre Werke Konstruktionen oder Strukturen und entscheiden sich für eine radikale, von Linien und rechten Winkeln geprägte Art der Abstraktion. Während die Industriearchitektur konstruktivistische Tendenzen nährt, welche bisweilen dazu dienen, funktionelle Objekte herzustellen, ist auch die Bildhauerkunst auf der Suche nach dem, was sie ausmacht, nach ihrem Bezug zu Gesten, Materialien und vor allem zu einem Raum, der nicht nur klar strukturiert, veränderbar und dynamisch ist, sondern der auch den Betrachter miteinbezieht.
Künstler des Modernismus setzen für ihre Skulpturen auf eine Transparenz und ein Gleichgewicht, die sie gerne in menschlichen Strukturen wiederfinden würden. Die hier ausgestellten Kunstwerke aus der Sammlung des Centre Pompidou zeigen Entstehung, Kritik und Ende dieser utopischen Abstraktion.