Tania Mouraud. Eine Retrospektive

AusstellungenTania Mouraud. Eine Retrospektive

Vom 4. März bis 5. Oktober 2015 - Galerie 2 im Centre Pompidou-Metz
Vom 27. Juni bis 5. Oktober 2015 - Im Centre Pompidou-Metz und 8 Partnerinstitutionen in Metz

Wo?: Galerie 2
Was?: Ausstellungen
Publikum: Alle Altersklassen

2015 präsentiert das Centre Pompidou-Metz in Kooperation mit neun Kulturinstitutionen aus Metz die erste große Einzelausstellung der französischen Künstlerin Tania Mouraud

Die Ausstellung, die sich in ihrem Verlauf auf die gesamte Stadt und die Agglomeration rund um Metz ausdehnen wird, eröffnet am 4. März 2015 im Centre Pompidou-Metz. Ende Juni 2015 wird sie schließlich ihren vollen Umfang zu erreicht haben. Damit stellt sie eine in Größe und Form bis dahin einzigartige Retrospektive dar.

Tania Mouraud hat sich stets jeder Zuordnung zu jedweder künstlerischen Bewegung oder Dogma entzogen. Seit Beginn ihrer Laufbahn Ende der 1960er-Jahre entwickelt die Französin ihr Werk über die unterschiedlichsten Disziplinen hinweg – seien es Malerei, Installation, Fotografie, Performance, Video oder Klangkunst. Dabei hat sie stets dasselbe Prinzip verfolgt: die Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Kunst und sozialen Bindungen. 1968 etwa schlug sie vor, Wohnungen mit einem etablierten Standardschnitt um ein Meditationszimmer zu erweitern. Ihrer Ablehnung einer Gesellschaft, die das Menschliche zu Gunsten von Besitz vernachlässigt, verleiht sie im öffentlichen Raum auf 4 x 3 m großen Plakaten Ausdruck (1977). Regelmäßig beschäftigt sie sich mit den ästhetischen Beziehungen zwischen Kunst und Krieg und lotet mithilfe von Schrift die Grenzen der Wahrnehmung aus, indem sie „mots de forme“ – Formwörter – schafft. Seit 1998 setzt sie Fotografie, Video und Ton in enger Verbindung mit der Malerei ein, um die verschiedenen Aspekte von Geschichte und Gegenwart zu hinterfragen.

DIE RETROSPEKTIVE IM CENTRE POMPIDOU-METZ

Für den ersten Teil der Ausstellung werden ab März 2015 die 1.100 m² der Galerie 2 im Centre Pompidou-Metz bespielt. Hier haben die Besucher Gelegenheit, Mourauds gesamte Laufbahn von der Verbrennung ihrer Bilder [Autodafé], die Ende 1960er-Jahre zunächst den Schlusspunkt ihrer malerischen Praxis markierte, über ihre Meditations- und Initiationsräume der 1970er-Jahre bis zu ganz aktuellen Werken zu verfolgen. Der Parcours illustriert einen Werdegang, der einerseits durch die Radikalität von Mourauds künstlerischer Praxis, andererseits durch ihre Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten der Kunstgeschichte und ihre persönliche Geschichte geprägt wurde.

Die Auswahl von über 70 Werken, von denen einige aus der Privatsammlung der Künstlerin stammen, zeichnet ein bewegendes Porträt von Tania Mouraud. Eine Vielzahl älterer Arbeiten wird anlässlich der Ausstellung erneut zur Aufführung gebracht.

Ein besonderes Interesse wird dabei den Meditationszimmern und den Foto-Texten oder Arbeiten gelten, die sich mit Sprache auseinandersetzen und aus den 1970er-Jahren stammen und beispielhaft für Mourauds Œuvre sind. Im Rahmen der Ausstellung erfolgt zum ersten Mal überhaupt eine umfangreiche Auseinandersetzung mit Mourauds gesamten Initiationsräumen. Das erste Meditationszimmer mit dem Titel „One more night“ (1970), das ursprünglich im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung in Jean Lacardes Galerie Rive Droite in Paris zu sehen war, wird für die Ausstellung vollständig rekonstruiert.

Die monumentale Installation „AD NAUSEAM“, die seit dem 20. September 2014 und noch bis zum 25. Januar 2015 im MAC/VAL – Musée d’art contemporain du Val-de-Marne zu sehen ist, wird in einer dem Kontext der Retrospektive angepassten Version präsentiert werden. Bei diesem bedeutenden Werk von Tania Mouraud handelt es sich um eine Koproduktion mit dem Ircam (Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique), die im Rahmen als Artist in Residenz zwischen 2013 und 2014 entstanden ist.

DER AUSSTELLUNGSPARCOURS IN DER STADT

Ab Mitte 2015 wird die Ausstellung um zusätzliche Räume erweitert: Acht Partnerinstitutionen aus Metz widmen sich dann verschiedenen Aspekte aus dem Œuvre von Tania Mouraud und ergänzen damit die Schau im Centre Pompidou-Metz. Der Rundgang durch Metz führt die Besucher zum Arsenal – EPCC Metz en Scènes, zur Chapelle des Templiers, in die Église Saint Pierre-aux-Nonnains, zu Faux Mouvement– Centre d’art contemporain, ins Frac Lorraine und das Musée de la Cour d’Or – Metz Métropole, in die Galerien Toutouchic und Octave Cowbell und durch den städtischen Raum, wo eine Begegnung mit weiteren bedeutenden Werke aus dem OEuvre der Künstlerin stattfindet. Während einer auf ein Jahr angelegten Kooperation haben Studenten der Kunsthochschule Lothringen außerdem die Möglichkeit, an verschiedenen Workshops teilzunehmen, bei denen die Künstlerin anwesend sein wird.

Seit Mitte der 1990er-Jahre ist Tania Mouraud der Stadt Metz in besonderer Weise verbunden. Dies ist der regelmäßigen Unterstützung durch das Frac Lorraine zu verdanken, das 1995 das bedeutendste Werk der Künstlerin aus den späten 1970er-Jahren mit dem Titel City Performance N°1 erwarb, das aus 54 großformatigen Werbeplakaten (3 x 4 m) mit den Lettern „NI“ besteht, denen man seinerzeit in ganz Paris begegnete. 2005 initiierte das Kunstforum dann das monumentale Projekt „HCYS?“, das eine blinde Wand des Musée de la Cour d’Or ziert. Im Rahmen der Ausstellung Tania Mouraud kommt die Plakatkampagne „City Performance N° 1“ in der Agglomeration Metz erneut zur Aufführung.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog erscheinen (voraussichtlich im März 2015). Die Publikation ist als Referenzwerk über die Künstlerin angelegt und wird zahlreiche Schriften von Tania Mouraud sowie bisher unveröffentlichte Dokumente enthalten.

Commissaires :
Hélène Guenin, verantwortliche Leiterin der Abteilung Programmgestaltung, Centre Pompidou-Metz
Élodie Stroecken, Koordination des Bereiches Programmgestaltung, Centre Pompidou-Metz, Centre Pompidou-Metz

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