Ronan & Erwan Bouroullec, Biwak

AusstellungenRonan & Erwan Bouroullec, Biwak

Vom 7. Oktober 2011 bis zum 30. Juli 2012

Wo?: Galerie 3
Was?: Ausstellungen
Öffentliche Preis: 7€ (tarif unique)
Publikum: Alle Altersklassen
Author : Ronan & Erwan Bouroullec

Das Centre Pompidou-Metz zeigt die erste große Ausstellung der Brüder Ronan und Erwan Bouroullec in Frankreich.

In partnerschaft mit

Wendel Mécène fondateur PSA Peugeot CitroënSites de Metz et Trémery

Für die dem Designerduo Ronan und Erwan Bouroullec gewidmete Ausstellung verwandelt sich die Galerie 3 des Centre Pompidou-Metz in ein Biwak der ganz besonderen Art. Auf mehr als 1000 m² Fläche kann man Arbeiten und Forschungsprojekte aus 15 Jahren gemeinsamer Arbeit der beiden Kreativen bestaunen. Die erste große monografische Ausstellung des Brüderpaares in Frankreich zeichnet ihre außergewöhnliche internationale Karriere nach, der es an Höhepunkten nicht mangelt: Sie haben bereits mit den bedeutendsten Designfirmen weltweit zusammengearbeitet, sind mit ihren Projekten in öffentlichen Sammlungen vertreten und wurden bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Die Szenografie der als Feldlager konzipierten Ausstellung basiert ausschließlich auf den Arbeiten der Designer. Sie ergibt sich aus dem Spiel mit Maßstab und Transparenz und durch Überlagerungen der verschiedenen Werke. Der Besucher kann sich zwischen noch in der Entwicklung befindlichen Forschungsprojekten und fertigen Objekten, zwischen Werken aus industrieller Produktion und handwerklichen Arbeiten frei im Raum bewegen. Biwak zeigt die Vielfältigkeit der Kreationen ebenso wie ihre ökonomische Herstellungsweise und macht deutlich, wie sehr der Designansatz der beiden Brüder durch Konzepte wie Nomadismus, Flüchtigkeit, Modularität, Inspiration durch organischen Formen sowie Freiheit in Gebrauch und Funktion geprägt ist.

Biwak versteht sich nicht als Bilanz oder Retrospektive, sondern vielmehr als Momentaufnahme der kreativen, sich in beständigem Wandel befindlichen Praxis der Brüder Bouroullec.

Diese erste monografische Ausstellung im Centre Pompidou-Metz steht ganz im Zeichen des Designs, einer ebenso bedeutenden wie fruchtbaren Disziplin des zeitgenössischen kreativen Schaffens, die Forschungsfeld an der Schnittstelle zwischen Experiment und Alltag ist. Ganz in der Tradition des Centre Pompidou dokumentiert das Kunstzentrum damit sein Bestreben, „Kunst in all ihren Formen“ zu präsentieren und seinen Besuchern einen Zugang zum vielfältigen Spektrum des kreativen Schaffens zu ermöglichen.

 

Die Ausstellung „Ronan & Erwan Bouroullec, Biwak“ wird von PSA Peugeot Citroën (Produktionsstätten Metz und Trémery) unterstützt.
PSA Peugeot Citroën

Ronan Bouroullec (geb. 1971), Absolvent der École nationale supérieure des Arts Décoratifs in Paris, und sein Bruder Erwan (geb. 1976), der seinen Abschluss an der École supérieure d'Arts in Cergy-Pontoise erhielt, arbeiten seit 1999 zusammen.

Ihre Kreationen werden von großen Designhäusern wie Vitra, Magis, Alessi, Established & Sons, Axor Hansgrohe, Kartell, Kvadrat, Cappellini, Camper und Ligne Roset verlegt. Außerdem widmen sie sich mit der Galerie kreo experimentellen Designprojekten und realisieren gelegentlich Architekturprojekte.

Auf dem Salon du Meuble 2002 und der Messe „Maison & Objet“ 2011 in Paris wurden sie als Designer des Jahres ausgezeichnet, außerdem erhielten sie 1998 den Großen Designpreis der Stadt Paris, 1999 den New Designer Award der International Contemporary Furniture Fair in New York und 2008 den Kopenhagener Finn-Juhl-Preis. Dem Brüderpaar wurden bereits verschiedene monografische Ausstellungen gewidmet, etwa 2002 im Design Museum in London, 2004 im Museum of Contemporary Art in Los Angeles, im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam sowie in La Piscine, dem Museum für Kunst und Gewerbe in Roubaix, 2008 in der Villa Noailles in Hyères und 2009 im Grand Hornu in Belgien.

Ihre Werke sind in den Sammlungen so bedeutender Kunstinstitutionen wie dem Centre Pompidou – Musée national d’art moderne sowie dem Musée des Arts Décoratifs in Paris, dem Museum of Modern Art in New York, dem Art Institute in Chicago, dem Design Museum in London oder dem Museum Boijmans Van Beuningen im niederländischen Rotterdam vertreten.

Vom 15. bis 25. September 2011, während des London Design Festivals, zeigt das Victoria and Albert Museum in London in Zusammenarbeit mit Kvadrat eine Installation der beiden Brüder.

Unlängst wurden sie vom Château de Versailles mit einem Projekt für die Treppe des Pavillon Gabriel beauftragt.

Erwan & Ronan Bouroullec © Ola Rindal
Erwan & Ronan Bouroullec
© Ola Rindal

Innerhalb weniger Jahre haben Ronan und Erwan Bouroullec den Grundstein für ein Gesamtwerk gelegt, das eine herausragende Stellung in der internationalen Designlandschaft einnimmt. Bereits ihre ersten Arbeiten gegen Ende der 1990er-Jahre machten den besonderen Charakter ihres kreativen Ansatzes deutlich. Die damals kaum zwanzigjährigen Brüder überraschten vor allem mit ihrer Entschiedenheit, mit der sie von Beginn an ihr Designkonzept verfolgten.

Ronan und Erwan Bouroullec gehören einer Generation an, die meist unter Zeitdruck arbeitet und häufig gezwungen ist, ihre Energie in Medien- und Eventprojekte zu investieren. Nichtsdestotrotz verfolgen sie ein nachhaltiges Designkonzept. Ihre langfristig ausgerichtete Vision zeigt sich in der Kontinuität ihrer Arbeiten. In der lichtdurchfluteten, lang gestreckten Galerie 3 überlagern sich Trennwände; Sitzmöbel und Objekte teilen und gliedern den Raum, geben ihm einen Rahmen, strukturieren ihn und verleihen ihm Charakter. In der Auseinandersetzung mit unseren alltäglichen Gewohnheiten und Verrichtungen entwickeln die Brüder besondere Typologien vor dem Hintergrund zeitgenössischer Lebensstile. Mit den Algues etwa ermöglichen sie dem Nutzer eine individuelle Aufteilung und Organisation des Wohnraums und bieten ihm im Vergleich zu konventionellen innenarchitektonischen Planungen überraschende Lösungen. Ihre Objekte entstehen für eine veränderbare, flexible Umwelt und spiegeln unser von Mobilität gekennzeichnetes Zeitalter. Nichts in diesem Universum ist auf ewig festgeschrieben. Ronan Bouroullec hegt eine große Faszination für das Leben der Nomadenvölker: „Ankommen, weiterziehen, und das ganz einfach und natürlich. Ich mag die warme Atmosphäre von Berberzelten, die Teppiche auf dem Boden usw. Die Lösungen sind praktisch, naheliegend und ergonomisch durchdacht – und gleichzeitig ausgesprochen dekorativ, ja romantisch. Außerdem zeugen sie von großem Respekt gegenüber der Umwelt, denn sie hinterlassen keine Spuren. Das macht ihre Faszination aus, ihre Kultiviertheit und Bescheidenheit.“

Dieses Verständnis von Freiheit wird auch in der Wahl der Materialien und Stoffe spürbar. Erwan Bouroullec hat eine besondere Vorliebe für Jerseystoffe, die sich der Form des Körpers anpassen, ohne ihn einzuengen. Aus einem solchen dehnbaren Stoff besteht auch der Bezug ihres Sofas Ploum, dessen homogene Formen den Übergang zwischen Sitzfläche und Rückenlehne verschwinden lassen. Sein Komfort entsteht aus der Kombination eines Weich•formschaums mit hochelastischem Stretchstoff, die dem Möbel seine sanft geschwungene, an ein Nest erinnernde Form verleiht.

Komfort ist für die Bouroullecs ein wichtiges Anliegen; sie betrachten diesen Aspekt als besondere Verantwortung ihres Designs. Der Slow Chair steht exemplarisch für ihren Anspruch. In seiner Optik weckt das transparente Möbel keinesfalls die Assoziationen von Bequemlichkeit, die man mit einem traditionellen Leder- oder Stoffsessel, Clubsessel oder anderen gepolsterten Sitzmöbeln verbindet – und dennoch, erklärt Erwan Bouroullec, „federt er ähnlich wie ein Tennisschläger. Man fühlt sich darin eher wie in einem Sportschuh, weniger wie in einem Hausschuh. Komfort fühlt sich hier etwas anders an und ändert somit sicherlich, so hoffe ich, auch das Verhalten.“ Dass Bezüge zum Sport Einzug ins häusliche Universum halten, ist Zeichen einer Entwicklung, die Hand in Hand geht mit der wachsenden Beliebtheit der Sportswear, die uns zu einer neuen modischen Eleganz mit Wohlfühlfaktor verholfen hat – und das nicht zuletzt aufgrund der technischen Qualitäten der neuen Stoffe. Mit dem Integrieren eines sportlichen Elements in das Wohnumfeld kultivieren die Brüder einen Genremix, der von zentraler Bedeutung ist auf ihrer Suche nach kreativer Vielfalt.

Es ist den Brüdern ein gemeinsames Anliegen, zur Vielgestaltigkeit der Welt und damit zu ihrem Reichtum beizutragen. Sie verwenden einen Großteil ihrer Energiedarauf, ihren Objekten einen einzigartigen Charakter zu verleihen, den sie
 bisweilen als „Fantasie“, „Überraschung“ oder auch als „Erstaunen“ bezeichnen. Unterscheidbarkeit ist wichtig, betont Ronan Bouroullec, um das Gefühl zu bekommen „dass man mit einer bemerkenswerten Persönlichkeit Bekannntschaft macht“. Dabei entsteht dieser besondere Charakter nie zufällig; es geht nicht darum, das Objekt mit einem willkürlichen Unterscheidungsmerkmal auszustatten. Sein Charakter entwickelt sich langsam, nimmt in der konzeptionellen Arbeit allmählich Gestalt an, entsteht im Abwägen aller Parameter, die das Werk ausmachen. In einem konzentrierten Designprozess gelingt es Ronan und Erwan Bouroullec schließlich, das singuläre Merkmal auszumachen, um es dann weiterzuentwickeln und zu perfektionieren. Ihr Atelier ist ein Versuchslabor, in dem die Brüder gemeinsam mit ihren AssistentInnen modellieren, schneiden, kleben, nähen, zeichnen und rechnen. Sie unternehmen Versuche und beginnen wieder von vorne, stellen das bereits Gemachte auf den Prüfstand, um noch weiterzugehen. Sie korrigieren, verbessern, verfeinern. Ihre Aufmerksamkeit gehört jedem noch so kleinen Detail. Man ahnt, dass dieser Prozess ewig dauern könnte …

Constance Rubini ist an der Ecole des Arts Décoratifs in Paris zuständig für das Kulturprogramm und war 2010 Chefkuratorin der Designbiennale in Saint-Etienne. 

 

Algues

Algues 2004 Vitra. Polyamide injecté © EricandMarie
2004 Vitra. Kunststoff-Spritzguss © EricandMarie

Die Bausteine des Systems Algues lassen sich zu Raumteilern unterschiedlicher Dichte zusammenfügen, die als Lichtschutz dienen, eng verkettet aber auch zur Strukturierung oder Abtrennung eines Raumes genutzt werden können. Die an biomorphe Pixel erinnernden Kunststoffelemente werden im Spritzgussverfahren hergestellt, was die massenhafte Produktion identischer Einzelstücke ermöglicht. Die Algenstrukturen entwickeln sich organisch in den Raum und ermöglichen deren architektonische Gestaltung auf Millimeterebene.

 
North Tiles

North Tiles 2006 Kvadrat. Mousse thermocompressée, textile. Centre Pompidou Paris, Musée national d’art moderne - Centre de création industrielle, Paris, achat en 2006 © Tahon & Bouroullec
2006 Kvadrat. Thermokomprimierter Schaumstoff, Textil. Centre Pompidou Paris, Musée national d’art moderne - Centre de création industrielle, Paris, achat en 2006 © Tahon & Bouroullec 

Ursprünglich für den Ausstellungsraum von Kvadrat entworfen, ist das System North Tiles – wie Algues und Nuages – Teil einer umfassenden Reflexion über Leichtbaumöglichkeiten zur Aufteilung von Räumen. Das Textil schafft hier Hängewände, halb Mauer, halb Paravent, die einen guten Sichtschutz bieten und eine angenehm warme Atmosphäre schaffen. Die Stoffschindeln werden von Hand gefaltet und zusammengesetzt. So lässt sich eine unendliche Anzahl von Wänden verschiedener Maße und spezifischer Farbgebung herstellen.

Slow Chair

Slow Chair 2007 Vitra. Textile tricoté; structure tubulaire, acier; pieds en aluminium laqués; coussins, mousse de polyuréthane; tissus polyester. © Tahon & Bouroullec
2007 Vitra. Strickstoff, Stahlrohrstruktur, lackierte Aluminiumbeine, Kissen, Schaumstoff, Polyesterbezug. © Tahon & Bouroullec

Inspiriert wurde der Slow Chair durch die spezifischen Eigenschaften von Stricktextilien. Ausgangspunkt war die Überlegung, dass ein solcher Stoff stabil genug für ein Sitzmöbel sein würde, gleichzeitig aber auch so flexibel, dass er sich der Körperform anpasst. Die beiden für den Stuhl notwendigen Komponenten werden industriell gefertigt. Der in einem Stück gestrickte Stoff für Sitzfläche und Rückenlehne wird über eine Stahlrohrstruktur gezogen; die notwendige Spannung erhält das Gewebe durch das Anbringen der Stuhlbeine. So besteht eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen Form, Material und Funktion.

 
Losanges

Losanges 2011 Nanimarquina. Laine © Archives Ronan et Erwan Bouroullec
2011 Nanimarquina. Wolle © Archives Ronan et Erwan Bouroullec

Losanges war für Ronan und Erwan Bouroullec die Gelegenheit, mit der traditionellen Handwerkstechnik Kelim zur Herstellung von Orientteppichen zu arbeiten, für die sie seit jeher eine Faszination hegen. Diese aus vier Teilen bestehende Kollektion wurde von Webern aus Nordpakistan hergestellt, welche die Wolle der Losanges von Hand spinnen, färben und verarbeiten und auf diese Weise einzigartige Farbtöne hervorrufen. Die Teppiche kombinieren 13 Farben in einer Hommage an die geometrische Form der Raute.

NUAGES

Nuages 2002 polystyrène © Ronan & Erwan Bouroullec
Nuages 2002. Polystyrol © Ronan & Erwan Bouroullec

Die zur Gestaltung von temporären Szenografien entwickelten Nuages aus Polystyrol erinnern an ein Puzzle. Die einzelnen Elemente fügen sich organisch zusammen wie „eine Pflanze in der Wachstumsphase, die immer neue Wachstumsknoten entwickelt“(¹). Sie lassen sich ohne Plan oder besonderes Know-how problemlos zusammensetzen. So kann man mit den Nuages einen Raum intuitiv und dynamisch gliedern und seiner Fantasie dabei freien Lauf lassen.

¹ Phaidon, 2004.

LIANES

Lianes 2010 Galerie Kreo Fibre de verre, Corian ®, cuir Collection Galeries Lafayette © Tahon & Bouroullec
Lianes 2010 Galerie Kreo. Glasfaser, Corian ®, Leder Galeries Lafayette © Tahon & Bouroullec

Einrichtungen wie die Galerie kreo bieten Raum für die Realisierung experimenteller Projekte in niedriger Auflage jenseits der Zwänge industrieller Produktion. Die Lampen der Serie Lianes sind vollständig mit Leder bezogen, die Technik verschwindet hinter diesem natürlichen Material und der ungewöhnlichen Form. Dank der Nähtechniken und der Kabellänge kann man verschiedene individuelle Regulierungen vornehmen, was dem Benutzer viel Freiheit in der Verwendung und Anordnung der Lampen gewährt.

CLOUDS

Clouds 2008 Kvadrat Mousse thermoperformée, rubans élastiques, textile © Tahon & Bouroullec
Clouds 2008 Kvadrat. Thermoperforierter Schaumstoff, elastische Bänder, Textil © Tahon & Bouroullec

Clouds ist ein modulartiges Textilsystem. Ein Schaumstoffteil, Stoffe und elastische Bänder ermöglichen die Konstruktion dreidimensionaler Formen, die aufgehängt werden oder eine Wand verkleiden können. Wie ein lebendiger Organismus entfaltet Clouds eine sowohl chaotische als auch regelmäßige Oberfläche, die sich der gewünschten Geometrie entsprechend entwickeln kann. Die durch das System gegebenen unendlichen Möglichkeiten bieten völlige Freiheit beim Entwerfen individueller Formationen.

 
PLOUM

Ploum 2011 Ligne Roset Polyuréthane, textile tricoté, structure métallique © Studio Bouroullec
Ploum 2011 Ligne Roset. Polyurethan, Strickstoff, Metallstruktur © Studio Bouroullec

Die Sofas Ploum sind Ergebnis einer Recherche rund um den Komfort. Sie bestehen aus zwei Materialien: einem Stretchbezug und einem besonders anpassungs•fähigen Schaumstoff. Form und Proportionen wurden so gestaltet, dass die weiche, textile Oberfläche in einer Vielzahl von Positionen einen optimalen Sitzkomfort bietet, der nicht durch scharfe Kanten eingeschränkt wird. Für die beiden Designer steht „die Verwendung des dehnbaren Bezugs symbolisch für den zeitgenössischen Lebensstil, für den Multifunktionalität und Komfort von zentraler Bedeutung sind“.

ALCOVE COLLECTION

Alcove high back sofa 2007 Vitra Panneaux fibre de verre, Garnissage Mousse et Textiles, Structure métallique. © Tahon & Bouroullec
Alcove high back sofa 2007 Vitra. Glasfaserplatte, Schaumstoffpolster mit Textilbezug, Metallstruktur. © Tahon & Bouroullec

Das besondere Merkmal der Kollektion Alcove besteht in ihren hohen Rückenlehnen, dank derer sich der Nutzer physisch und psychisch von der Außenwelt abgrenzen kann. Ihre Formen bieten hohen Komfort und eröffnen neue Nutzungsmöglichkeiten des Raumes. Die Sofas lassen sich leicht aufbauen, kombinieren und umstellen und stellen so eine Rückzugsmöglichkeit dar, um sich – insbesondere in Gemeinschaftsräumen in der Arbeitswelt – zu entspannen oder zum vertraulichen Gespräch zusammenzufinden.

 
JOYN OFFICE SYSTEM

Joyn Office System 2002 Vitra Panneaux de particules laqués, Structure et éléments métalliques, Matériaux divers. © Vitra
Joyn Office System 2002 Vitra. Lackierte Melaminplatten, Metallstruktur und -elemente, diverse Materialien. © Vitra

Das Joyn Office System markierte den Beginn der Zusammenarbeit zwischen den Desigern und dem Schweizer Unternehmen Vitra. Mit diesem ersten Büromöbel wollten die Brüder eine gemeinschaftliche Plattform für das Arbeiten im Büro schaffen. Ihre ebenso vielseitige wie schlichte Lösung besteht in großen Schreibtischen, an denen mehrere Personen Platz finden, ohne dass sich eine hierarchische Ordnung aufdrängt. Die Nutzer können die Möbel mithilfe einer puristischen Accessoireserie individuell ihren wechselnden Bedürfnissen anpassen.

OVALE COLLECTION

Ovale Collection 2010 Museo Alessi Grès, verre et acier inoxydable © Studio Bouroullec
Ovale Collection 2010 Museo Alessi. Steinzeug, Glas und rostfreier Stahl © Studio Bouroullec

Der Name Ovale Collection passt eigentlich nicht recht, denn keines ihrer Teile bildet ein perfektes Oval. Obwohl alle Objekte Variationen der gleichen Idee darstellen, weist jedes ein etwas anderes Design auf. Die Behältnisse sind nicht für einen bestimmten Gebrauch gedacht; sie stellen vielmehr flexible, universelle Formen dar. Ihre vertraute Erscheinung und die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten halten der Ovale Collection einen Platz innerhalb des alltäglichen Lebens bereit.

 
IPAD-APP CERCLES

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog, in dem eine Auswahl der im Centre Pompidou-Metz präsentierten Exponate in interaktiver Form versammelt ist. Der Katalog bietet zusätzliche Informationen zur Ausstellung und ermöglicht, den kreativen Herstellungsprozess einiger Werke nachzuvollziehen. Bei dem digitalen Katalog handelt es sich um eine iPad-Applikation, die im App Store von Apple heruntergeladen werden kann.
 
Die Grundidee dieses Katalogs besteht darin, die Vorteile eines digitalen Mediums zu nutzen, um eine ganz neue Sicht auf die Inhalte zu eröffnen, die sich deutlich von den durch andere Medien – insbesondere Printmedien – vermittelten Einblicken unterscheidet. Die App bietet einen spielerischen und interaktiven Zugang und Umgang mit den Werken von Ronan und Erwan Bouroullec.

Mit dem digitalen Katalog will das Centre Pompidou-Metz ein breites Publikum erreichen: Er ist im App Store erhältlich, kann aber auch auf den im Rahmen der Ausstellung zur Verfügung stehenden iPads eingesehen werden.

bouroullec.com/ipad/

KATALOG

Zur Ausstellung Ronan & Erwan Bouroullec, Biwak wird außerdem ein Printkatalog erscheinen.
Voraussichtlicher Erscheinungstermin: Anfang 2012.

Éditions Centre Pompidou-Metz.

Redaktionsleitung
Hélène Guenin und Laurent Le Bon
 
Autoren
Andrea Branzi, Alex Coles, Christine Colin, Valérie Mrejen, Alice Rawsthorn
und Eric Troncy
 
Herausgeber
Claire Bonnevie, Elsa Belaieff
 
Fotograf
Paul Tahon

Grafik
EricandMarie