Rebecca Horn. Theater der Metamorphosen

AusstellungenRebecca Horn. Theater der Metamorphosen

Vom 8. Juni 2019 bis 13. Januar 2020

Wo?:
Was?: Ausstellungen
Publikum: Alle Altersklassen

Das Centre Pompidou-Metz und das Museum Tinguely Basel organisieren ab Juni 2019 gemeinsam zwei der deutschen Künstlerin Rebecca Horn (geb. 1944 in Michelstadt, Deutschland) gewidmete Ausstellungen: Theater der Metamorphosen in Metz und Körperphantasien in Basel. Beide Schauen, die zeitgleich präsentiert werden, nehmen den Prozess der Metamorphose in den Blick. Während es in Metz um animistische, manieristische und filmische Verwandlungen geht, stehen in Basel maschinelle und kinetische Prozesse im Vordergrund. Damit bieten die beiden Museen umfängliche, sich einander ergänzende Einblicke in das Werk einer Künstlerin, die zu den bedeutendsten ihrer Generation gehört, wobei ihr Werk in manchen Teilen noch beinahe unbekannt ist.


Die Ausstellung Rebecca Horn. Theater der Metamorphosen im Centre Pompidou-Metz illustriert die bemerkenswert zahlreichen Ausdrucksformen, derer sich die Künstlerin in ihrer Praxis bedient, und macht vor allem das kreative Potenzial von Horns filmischen Arbeiten deutlich, bei denen es sich um veritable Inszenierungen ihrer Werke handelt, die von einer befreienden, anarchischen Energie und ebenso poetisch wie humorvoll sind.


Bei der Schau in Metz offenbaren sich subtile Querverbindungen zwischen Werken aus fünf Jahrzehnten kreativer Arbeit. „Es hängt alles zusammen. Ich beginne immer mit einer Idee, einer Geschichte, die sich in einen Text entwickelt, der wiederum zur Skizze wird, dann zu einem Film, und daraus entstehen dann die Skulpturen und Installationen.“1 Im Fokus der Ausstellung stehen die Materialien, mit denen die Künstlerin arbeitet, Objekte, auf die sie immer wieder zurückgreift, etwa Fächer und Pumps, und dabei stetigen Verwandlungen unterzieht. Der Ausstellungsparcours ist gestaltet wie eine Komposition, mit immer wiederkehrenden Themen und Bildern und überwältigenden Sinneseindrücken. Die Besucher*innen werden mitgerissen von der kreativen Energie der Künstlerin, vom Tanz der Gedanken und der bewegten Bilder.
Es ist vor allem ihre Vorliebe für paradoxe Assoziationen am Werk, wenn Rebecca Horn die Gegensätzlichkeiten inszeniert, die unser Leben begleiten: Subjekt und Objekt, Körper und Maschine, Mensch und Tier, Verlangen und Gewalt, Stärke und Behinderung. Das Lebendige und das Reglose scheinen verwandelt und übernehmen Rollen, die wir ihnen üblicherweise nicht zuschreiben: Das Objekt ist ausgestattet mit einer Seele, das Individuum wird durch seine physischen Unzulänglichkeiten gekennzeichnet. Und genau daraus resultiert die „beunruhigende Fremdheit“ in Horns Werk. Immer wiederkehrend sind bei ihr Themen aus Mythologie und Märchen, denen sie sich auf einzigartige Weise nähert, wenn sie die Verwandlung in ein sagenhaftes oder hybrides Wesen erprobt oder das geheime Leben der Welt der Dinge untersucht. Diese grundlegenden Themen, mit denen sich in der Kunstgeschichte unter anderem schon Strömungen wie Manierismus und Surrealismus beschäftigten, bilden das Herzstück der Ausstellung. Ebenfalls zu Wort kommen „Geistesverwandte“ der Künstlerin, die ihre Fantasie beflügeln und ihr Werk verständlicher machen, etwa Man Ray, Meret Oppenheim, Marcel Duchamp, Jean Cocteau oder Luis Buñuel.


Rebecca Horn lebt und arbeitet in Bad König, Deutschland. 1972 war sie jüngste Künstler*in auf der Dokumenta 5, die von Harald Szeemann kuratiert wurde. Drei weitere Teilnahmen folgten. Bei den Skulptur Projekten Münster war sie 1987 und 1997 vertreten. Ihre Arbeiten werden gezeigt in Institutionen wie dem Museum of Contemporary Art in Tokyo, der Neuen Nationalgalerie in Berlin, der Tate Gallery und der Serpentine Gallery in London, im Solomon R. Guggenheim Museum in New York und dem Museum of Contemporary Art in Los Angeles. Rebecca Horn wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, darunter der Prix Carnegie (1988), der Goslarer Kaiserring (1992), der Alexej-von-Jawlensky-Preis der Stadt Wiesbaden (2007), der Praemium Imperiale (2010), die Grande Médaille des Arts Plastiques de l’Académie d’Architecture de Paris (2011) und der Wilhelm-Lehmbruck-Preis (2017).


Im Centre Pompidou-Metz war Horn bereits im Rahmen der Ausstellung Unendlicher Garten. Von Giverny bis Amazonien (2017) mit einer Installation vertreten. Die Ausstellung Rebecca Horn. Theater der Metamorphosen ist die erste große Monografie der Künstlerin in Frankreich seit ihren Ausstellungen im Musée de Grenoble 1995 und im Carré d’Art in Nimes 2000.

Kuratorinnen: Emma Lavigne, Direktorin, und Alexandra Müller, Recherchen und Ausstellungsstellungsorganisation, Centre Pompidou-Metz Die Ausstellung Rebecca Horn.

Körperphantasien wird vom 5. Juni bis 22. September 2019 im Museum Tinguely Basel präsentiert.

 

EIN AUSSTELLUNGSPROJEKT IM DIALOG MIT DEM MUSEUM TINGUELY

 

Gründungsmäzen :

Logo Wendel

 

 

Medien Parnter

Logo Connaissance des arts

Logo Télérama