Oskar Schlemmer. Tänzermensch

AusstellungenOskar Schlemmer. Tänzermensch

Vom 13. Oktober 2016 bis 16. Januar 2017

Wo?: Galerie 2
Was?: Ausstellungen
Publikum: Alle Altersklassen

Der Centre Pompidou-Metz widmet seine neue Ausstellung einer herausragenden Figur der Kunst des 20. Jahrhunderts: dem deutschen Künstler und Choreografen Oskar Schlemmer (1888-1943), der die Kunstformen Tanz und Bühnendarstellung revolutionieren sollte, insbesondere als Mitglied des Bauhauses.

Indem er das Studium des Körpers in Bewegung und des Körpers im Raum ins Zentrum seiner künstlerischen Überlegungen stellte, gelangen Oskar Schlemmer mit seinen Werken grundlegende Meilensteine der Geschichte der szenischen Künste. Die Ausstellung bezeugt seinen Wunsch, eine völlig eigenständige, moderne Bühnenkunst zu entwickeln; am Beispiel seines Paradewerks, dem Triadischen Ballett, aber auch Anhand seiner Aufführungen, Tänze und Bauhaus-Feste, oder auch seiner Inszenierungen bedeutender Komponisten wie Igor Strawinsky oder Arnold Schönberg.

Schlemmer hatte keinen geringeren Ehrgeiz, als die Kunstkonzeption seiner Zeit zu erneuern, indem er die humanistischen Ideen der Renaissance mit der Energie der Avantgarde verband. Als „Formmeister“ und später als Leiter des Unterrichtsfachs „Der Mensch“ am Bauhaus erwuchsen zwischen 1921 und 1929 aus seinen Ideen und Theorien radikal neue Formen. Die Ausstellung macht diesen anspruchsvollen und für alles Neue offenen Werdegang anhand bedeutender und spektakulärer Werke deutlich, die zum Großteil aus den Sammlungen des Bühnen Archiv Oskar Schlemmer stammen. Das Werk Oskar Schlemmers öffnet den Blick auf ein anderes Bauhaus, das, jenseits der berühmten Schule für Architektur und angewandte Kunst, eine zentrale Plattform für performative und choreografische Experimente der Zwischenkriegszeit darstellte, deren Wirkungen bis in unsere Zeit hinein spürbar sind.

Das Herz der Ausstellung bilden die faszinierenden, von Oskar Schlemmer erfundenen Figurinen – Kostümkörper, die sich auf einer großen Bühne entfalten, um die herum zahlreiche Zeichnungen angeordnet sind, allen voran das außergewöhnliche Skizzenbuch „Tanz Figurinen“, in dem das Denken Schlemmers über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren zusammengefasst ist; daneben lassen das Foto- und Filmarchiv die Atmosphäre jener Epoche wieder lebendig werden. Die Schau präsentiert zudem einen reichen Korpus an Werken von Giorgio de Chirico, Constantin Brancusi, Alexandra Exter oder auch von Künstlern, denen Schlemmer am Bauhaus begegnete – allen voran Wassily Kandinsky, László Mohoy-Nagy und Paul Klee – die den elementaren Charakter des wechselseitigen Einflusses zwischen dem Werk Schlemmers und dem seiner Zeitgenossen offenbaren.

Die von einem Rahmenprogramm begleitete Ausstellung bietet die Gelegenheit, die Dynamik des Bauhauses als eine allen Experimenten offene Bühne zu erleben. Dieses Projekt fügt sich sinnvoll in das Programm des Centre Pompidou- Metz ein, der zu den Erben dieser bahnbrechenden Versuche der Aufweichung der Kunstgrenzen gehört und mit der Ausstellung Musicircus. Meisterwerke des Centre Pompidou, Musée national d’art moderne die Verbindung zwischen Musik und den bildenden Künsten des 20. Jahrhunderts auslotet, die das Grande Nef mit ihren Klängen erfüllt.

Ausstellungsleitung:
C. Raman Schlemmer
Emma Lavigne, Direktorin des Centre Pompidou-Metz