Opus Corpus

VeranstaltungenOpus Corpus

Sonntag, 19. Mai 2013 um 15:00 und 17:00 Uhr

Wo?: Studio
Was?: Veranstaltungen
Discipline : Leistung
Öffentliche Preis: 5 €
Publikum: Alle Altersklassen
Dauer : 35'
Author : Chloé Moglia
  Choreografin und Tanzerin. Hängende Forschung

Im Rahmen des Projekts TRANSFABRIK Logo Transfabrik

Immer noch auf der Suche nach Schwerelosigkeit und Freiheit, mit verblüffender Langsamkeit und ihrem Körper aufs Äußerste gespannt auf einem minimalistischen Trapez, zeigt uns Chloé Moglia jede Anstrengung, zerlegt sie jede Bewegung. Der leiseste Atemzug, das winzigste Zittern werden spürbar. Eine Arbeit über die Ultra-Präsenz in der Ultra-Sachlichkeit. Der in der Luft hängende Körper befindet sich in einer verwirrenden Nähe. Ein Nahkampf mit dem Vakuum, ein Duo für einen Körper und einen von der Schwerkraft modellierten Raum. Opus Corpus fordert den Zuschauer auf, nur wenige Zentimeter vom Boden entfernt in die Dichte eines Kraftfeldes einzutauchen, das gleichwohl verunsichert.

In direkter Linie zu ihren vorhergehenden Stücken Nimbus (2007) und Rhizikon (2009) verfolgt Chloé Moglia weiter den Weg der Erforschung der Suspension an einer Stange, die an zwei Seilen aufgehängt ist, im ungeformten Raum der Beschränkung. Parallel zu ihrem Bestreben, die Grenzen des „Möglichen“ zu verschieben, sind die Übungen in der Luft für die Trapezkünstlerin zu einem Schwerpunkt der Sinnsuche geworden, ausgehend vom Körper. Der rote Faden, der sich durch ihre Arbeit zieht, ist die Präsenz, die geheimnisvolle Fähigkeit der Achtsamkeit, die die Macht hat, Raum und Zeit auszudehnen.

Opus Corpus ist eine Aufforderung, im ständig weitertreibenden Jetzt, dem Wesen nach ungewiss, ein Feld der Möglichkeiten und Metamorphosen zu betreten. Der hängende Körper Chloé Moglias befindet sich in einer verwirrenden Nähe, durch nichts abgelenkt. Das Solo fordert den Zuschauer auf, mitten in das Vorgehen einzutauchen, und lässt ihn denselben Raum mit der Trapezkünstlerin teilen. Moglia ziseliert ihre Bewegung, gliedert ihre Gesten in unendlicher Langsamkeit, sie lässt den winzigsten Atemstoß spüren, das kleinste Innehalten in der Bewegung, das leiseste Zittern, den geringsten Fehler.

Sie zeigt uns diese Bewegungen an der Grenze zum Wahrnehmbaren, die oft überdeckt werden durch das Können, durch das „richtig Machen“ oder durch die Gewohnheit, die aber oft besser als absichtsvolle Worte ausdrücken, was genau in diesem Moment geschieht. Chloé Moglia will nicht die Trapezkunst „entmystifizieren“ oder den Traum, den die Künstlerin ja transportiert, zerstören, sondern sie versucht, den Traum durch die Realität, die ihm zugrundeliegt, zu bereichern, und umgekehrt, die Realität durch ihre Berührung mit dem Traum reicher werden lassen.

Chloé Moglia wurde 1978 in Perpignan geboren, sie machte eine Ausbildung am Trapez am CNAC. Gemeinsam mit Mélissa Von Vépy gründete sie die Cie Moglice - Von Verx, beide arbeiten einige Jahre zusammen zu Fragestellungen nach dem Sinn und der Fantasie und wie beides durch die Luftakrobatik vermittelt wird. Sie inszenieren mehrere Stücke: Un certain endroit du ventre (2001), Temps Troubles (2003), I look up, I look down… (2005). 2007 erhalten sie den Preis der SACD für Zirkuskunst.

Im Bereich Tanz hat Chloé Moglia mit der Cie Fattoumi Lamoureux und Kitsou Dubois zum Thema Bweegung in der Schwerelosigkeit zusammengearbeitet. 2009 gründet sie Rhizome, inegriert ihre Erfahrungen aus der Kampfkunst in ihre künstlerische Arbeit und experimentiert mit dem Vakuum. Aus dieser Konfrontation geht ein Sinn hervor, es ergeben sich stille Fragen, auf denen ihre Stücke und Performances fußen. Solistische Arbeiten sind: Nimbus (2007), Rhizikon (2009), Opus corpus (2012). Mit Olivia Rosenthal gemeinsam produziert sie Le Vertige (2012). Sie nimmt an Etonnistes #2 von Stéphanie Aubin - Manège de Reims teil. (Uraufführung Dezember 2012).

Chloé Moglia ist teilhabende Künstlerin im CENTQUATRE, Paris und im Manège, scène nationale de Reims.

http://rhizome-web.com

De et par : Chloé Moglia
Lumières : Stéphanie Petton
Son : Alain Mahé
Costume : Isabelle Périllat
Regards : Maxence Rey, Sandrine Roche

Coproductions :
Carré Magique Lannion Trégor, pôle national des arts du cirque en Bretagne
Cie Moglice - Von Verx
Espace Malraux, scène nationale de Chambéry et de la Savoie
Itinéraires Bis, association de développement culturel et artistique des Côtes d’Armor
La Filature, Scène nationale – Mulhouse
MA scène nationale - Pays de Montbéliard
Théâtre Le Grand Logis, Ville de Bruz

Aides à la création :
Ministère de la culture et de la communication
D.R.A.C. Bretagne
D.G.C.A
Conseil Régional Bretagne
Conseil Général du Finistère

 

 

TRANSFABRIK ist eine Initiative des Institut Français in Kooperation mit dem Goethe Institut. Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds Berlin, vom Ministère des Affaires Etrangères, vom Ministère de la Culture et de la Communication und vom DFJW. Mit freundlicher Unterstützung von Total und der SACD.

Das Projekt findet im Rahmen des Deutsch-Französischen Jahres - 50 Jahre Élysée-Vertrag statt. Partenaires Transfabrik