Meisterwerke?

AusstellungenMeisterwerke?

Vom 12. Mai 2010 bis 12. September 2011

Wo?: Galerie 1 , Galerie 2 , Galerie 3 , Grande Nef
Was?: Ausstellungen
Öffentliche Preis: 7 € (tarif unique)
Publikum: Alle Altersklassen

Die Eröffnungsausstellung Meisterwerke? ist in vielerlei Hinsicht ein Kulturereignis von historischer Tragweite. So markiert sie den ersten fulminanten Auftritt des Centre Pompidou-Metz auf der kulturellen Bühne – und damit eines Kunstzentrums, das als autonomer Ableger des Centre Pompidou in Paris Ergebnis der ersten Dezentralisation einer großen nationalen Kulturinstitution ist, die in Partnerschaft mit Gebietskörperschaften, in diesem Fall der Stadt Metz, dem Gemeindeverbund Metz Métropole, dem Departement Moselle und der Region Lothringen, realisiert werden konnte. Die Ausstellung ist exemplarisch für das kulturelle Konzept dieser im Herzen Europas liegenden neuen Institution, die mit ihrem Programm ein breites Publikum erreichen will. Dabei orientiert sie sich an den Werten, die prägend für die Identität des Centre Pompidou in Paris sind – Innovation, Offenheit für ein weit gefächertes Publikum sowie Multidisziplinarität – und kann vom Know-how, dem internationalen Netzwerk und der Bekanntheit der Pariser Schwesterinstitution profitieren. Das Centre Pompidou-Metz genießt mit dem privilegierten Zugang zu den Kunstschätzen des Staatlichen Museums für moderne Kunst, das mit insgesamt rund 100.000 Werken über die bedeutendste Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst in Europa verfügt, einen unschätzbaren Vorteil. Die Ausstellung Meisterwerke? mit ihrer seltenen und außergewöhnlichen Auswahl bedeutender Werke der modernen Kunst, von denen einige nur äußerst selten als Leihgaben vergeben werden, zeigt das Beste, was diese unvergleichliche Sammlung zu bieten hat.

Die Ausstellung Meisterwerke? ist sowohl in ihrer Szenografie als auch in ihrer Vielfalt einzigartig – noch nie hat das Centre Pompidou eine derart große Anzahl an Leihgaben vergeben – und erstreckt sich über die gesamte, rund 5000 m² große Ausstellungsfläche des von Shigeru Ban und Jean de Gastines konzipierten Gebäudes. Mit ihren insgesamt vier Sektionen ist sie der Versuch einer ungewöhnlichen Annäherung an den Begriff des Meisterwerkes, seine Geschichte und seine zeitgenössische Bedeutung. Die Auseinandersetzung mit diesem beinahe antiquiert anmutenden und bisweilen als überholt geltenden Begriff vollzieht sich hier in seiner Neuinterpretation und Anwendung auf moderne und zeitgenössische Werke. Die Ausstellung Meisterwerke? wird ab Herbst 2010 nach und nach anderen temporären Ausstellungen weichen, die gemeinsam mit dem Veranstaltungsprogramm prägend für die Identität des Centre Pompidou-Metz sein werden.

"Meisterwerke in der Geschichte"
Grande Nef
Vom 12. Mai bis 4. Juli 2011

Der erste Ausstellungsabschnitt „Meisterwerke in der Geschichte“ mit seinen insgesamt 17 Ausstellungsräumen bietet eine chronologisch aufgebaute Übersicht über die Entwicklung des Begriffs des Meisterwerks im Laufe der Jahrhunderte.
Im Vordergrund steht hier der Bedeutungswandel, den der Begriff des Meisterwerks seit seiner Entstehung im Mittelalter erfahren hat. Damit wird der Rundgang ein Streifzug durch die Geschichte des Geschmacks. Ein besonderes Augenmerk in dieser Sektion gilt darüber hinaus jenen Erwerbungen, die die Geschichte des Musée national d’art moderne, Centre Pompidou, in Paris und den Aufbau seiner Sammlung entscheidend prägen konnten.
Der riesige Spiegel, der in der hohen Decke der Grande Nef angebracht ist, regt mit seinem umgekehrten Abbild des Ausstellungsbereiches unmittelbar zur Reflexion über die spezifischen Merkmale und den Begriff des Meisterwerks an.

"Meisterwerke und ihre Geschichten"
Galerie 1
Vom 12. Mai bis 4. Juli 2011

Diese mit dem Titel „Meisterwerke und ihre Geschichten“ überschriebene zweite Ausstellungssektion befindet sich in Galerie 1. Was ist ein Meisterwerk anderes als das Produkt verschiedener Geschichten, die in einem Punkt zusammenlaufen? Es vereint in sich die Geschichte eines Künstlers, eines Schaffensprozesses, eines Werkes und seiner Rezeption durch die Kritik. Der Rundgang beginnt mit Penones „Respirare l’ombra“. Dann hat der Besucher zwei Möglichkeiten. Geht er in die eine Richtung, sieht er sich mit einem Überblick über die großen Avantgarden, die „-ismen“ (Fauvismus, Kubismus etc.), konfrontiert. Wählt er die andere, entfaltet sich dort eine ganz andere Geschichte, die bevölkert ist von weniger bekannten Gestalten und Bewegungen der Kunst des 20. Jahrhunderts.
Dieser Ausstellungsbereich mit seinen ineinander verflochtenen kleinen und großzügigen Räumen überrascht mit dem Wechselspiel der verschiedenen Perspektiven.

Ein Traum von Meisterwerken
Galerie 2
Vom 12. Mai bis 12. September 2011

In der letzten Ausstellungssektion in Galerie 2 wartet ein „Ein Traum von Meisterwerken“ nebst Traummuseen auf seine Entdeckung. Hier geht es nicht allein um die Kunstwerke, die im Museum aufbewahrt und gezeigt werden, sondern auch um die Museumsbauten selbst. Zunächst begegnet der Besucher einer Reihe berühmter Kunstwerke des 20. Jahrhunderts in chronologischer Hängung. Auf der anderen Seite der Wand wird dann erstmals eine Geschichte der Museumsarchitektur für moderne und zeitgenössische Kunst in Frankreich seit 1937 skizziert. Anhand von bis dato nie gezeigten Modellen, Originalzeichnungen und Filminterviews werden rund 30 Museumsbauten vorgestellt.

Meisterwerke auf ewig
Galerie 3
Vom 12. Mai 2010 bis 17. Januar 2011

Im letzten Teil der Ausstellung geht es unter dem Titel Meisterwerke auf ewig um die Frage, ob der Begriff des Meisterwerks für die Kunst des 20. Jahrhunderts, das durch die zunehmende Reproduzierbarkeit von Bildern geprägt wurde, noch zutreffend sein kann.
Mit dem Aufkommen neuer Medien – man denke an den Film und das digitale Bild – entwickelte sich in der Kunst ein neues Verständnis des Begriffes „ Meisterwerk “. Viele Künstler bezogen das Konzept von Kopie und Reproduzierbarkeit in ihren künstlerischen Ansatz ein und stellten damit ein fundamentales Merkmal des Meisterwerks infrage : seine Einzigartigkeit.
Insbesondere Bilder lassen sich heute problemlos auch vielfach reproduzieren. Damit hat sich unser Verhältnis zu den Kunstwerken verändert. Was versteht man also in unserem Zeitalter unter einem Meisterwerk ? Wird es auch in Zukunft noch Meisterwerke geben ? Eine einzige, allgemeingültige Antwort auf diese Fragen kann und will diese Ausstellungssektion nicht geben, sondern soll als Ausgangspunkt zu Reflexionen über den Wert, den man zeitgenössischen Kunstwerken heute beimisst, begriffen werden.
Ein zentrales Element des Ausstellungsrundganges ist darüber hinaus der Ausblick auf das wahrhaft einzigartige architektonische Meisterwerk der Kathedrale von Metz. Aufgrund einer optischen Täuschung scheint diese gerade dann zu verschwinden, wenn man sich ihr zu nähern versucht – und wird damit zur Allegorie auf das Meisterwerk, das man weder zu fassen noch zu definieren vermag und das sich den gegensätzlichsten Interpretationsansätzen versperrt.
Die Ausstellung Meisterwerke? ist bis zum 17. Januar 2011 in der Grande Nef und den Galerien 1, 2 und 3 zu sehen. Im Anschluss werden die verschiedenen Ausstellungsbereiche nach und nach geschlossen, um dann zukünftige Ausstellungen zu beherbergen.

„Meisterwerk, das: meisterhaftes, hervorragendes Werk der Kunst“, Duden

Die Ausstellung Chefs-d’œuvre ? – Meisterwerke? kreist um den Begriff des Meisterwerks, seine Geschichte und seine zeitgenössische Bedeutung. Was versteht man heute unter einem Meisterwerk? Wer entscheidet, was ein Meisterwerk ist? Bleibt ein Meisterwerk auf ewig ein Meisterwerk?

Die Ausstellung umfasst Werke aus Malerei und Bildhauerei, Installationen, grafische Kunst, Fotografien, Videos, Klang- und Filmkunst sowie Arbeiten aus Architektur und Design seit 1905 und präsentiert damit einen umfassenden zeitlichen und disziplinenübergreifenden Querschnitt der Sammlungen des Centre Pompidou, deren Umfang und Vielfalt es zu verdanken ist, dass die bedeutendsten Vertreter der Kunst des 20. Jahrhunderts wie Braque, Léger, Matisse und Picasso hier in Metz unter einem Dach gezeigt werden können.

Im Kontext der Ausstellung treffen berühmte Werke auf weniger bekannte Arbeiten, die sich gleich einer Collage zu einer höchst überraschenden Bildfolge zusammenfügen. So ergibt sich eine Präsentation, wie sie im Rahmen konventioneller Dauerausstellungen eigener Sammlungen kaum möglich ist: Das Publikum hat die Gelegenheit, herausragende Werke der Sammlung des Centre Pompidou (neu) zu entdecken und Zeuge ganz und gar unerwarteter „Dialoge“ zwischen verschiedensten Werken zu werden.
Ergänzt und auch zeitlich erweitert wird dieses Panorama durch ausgewählte Leihgaben, die verschiedene renommierte internationale Kunstinstitutionen dem Centre Pompidou-Metz zur Verfügung gestellt haben. In ihrer einzigartigen Zusammenstellung ermöglichen die Exponate eine intensive Auseinandersetzung mit Fragestellungen rund um Begrifflichkeiten wie Geschmack, Sammlung, Museum und ästhetische Beurteilung.


Zeitgenössische Interpretationen des Begriffes Meisterwerk, der von den Avantgarden des beginnenden 20. Jahrhunderts verworfen und in der Folge gänzlich ignoriert wurde, bieten schließlich eigens für die Ausstellung konzipierte Auftragsarbeiten verschiedener Gegenwartskünstler, die sich zwischen  Zitat, Verkehrung und Reflexion über die Rezeption von Kunst sowie über Einflüsse und Querverbindungen bewegen.

Förderer und Partner

Wendel Mécène fondateurSNCFINASaint Louis

Eine Medienpartnerschaft mit

Radio FranceFrance Télévisions