La Monte Young, Marian Zazeela, <i>Dream House</i>, 1990

AusstellungenLa Monte Young, Marian Zazeela, Dream House, 1990

Vom 16. Juni 2018 bis 10. September 2018

Wo?: Galerie 1
Was?: Ausstellungen
Discipline : Installation
Publikum: Alle Altersklassen
Author : La Monte Young, Marian Zazeela

Dream House, ein mythisches Werk, ist eine Licht- und Musik-Installation, die von dem Komponisten La Monte Young und seiner Ehefrau Marian Zazeela mit vier Händen geschaffen wurde.

Es war im Jahr 1962, als La Monte Young The Four Dreams of China komponierte und sich seines Wunsches bewusst wurde, „musikalische Werke zu schaffen, die sehr lange, ja ununterbrochen gespielt werden könnten“. Im selben Jahr lernt er die bildende Künstlerin und Musikerin Marian Zazela kennen, und bereits im August 1963 konzipierten sie die erste Light- und Sound-Installation, die sie „Dream House“ nannten. Marian Zazeela hat ein System von evolutiven und farbigen Lichtern entwickelt, die sie auf Mobiles platziert. La Monte Young verwendet seinerseits verschiedene Sinus-Oszillatoren, Oszilloskopen, Verstärker und Lautsprecher, um kontinuierliche Frequenzumgebungen zu erzeugen. Auf die gespielte Musik, bestehend aus gehaltenen Noten, die unendlich verlängert werden können, reagieren die aufgehängten Mobiles auf äußerst minimale Art. Der projizierte Schatten, der aus der Kombination mehrerer Lichter resultiert, erzeugt neue dreidimensionale Formen.

Der Besucher, der in diesen von Licht und Musik durchfluteten Raum eintritt, ist eingeladen, buchstäblich in den Klang und die Farbe einzutauchen, um so die Nuancen wahrzunehmen. Ob sitzend oder stehend, unbeweglich oder sich in seinem eigenen Rhythmus innerhalb des Raumes bewegend, kann jeder Besucher die Klangmodulationen genießen, die durch seine eigenen Bewegungen verursacht werden, so gering sie auch sein mögen. Diese einzigartige Erfahrung regt zur Introspektion, Meditation und zum Träumen an. Der Zuschauer/Zuhörer sieht ebenso die Musik wie er die Farbe hört, in reiner synästhetischer Wahrnehmung. Die Zeit scheint sich zu verlangsamen und die Beziehung zu Raum und Dauer verändert sich völlig zwischen dem Realen und dem Imaginären.

Im Jahr 1967 lernen La Monte Young und Marian Zazeela Pandit Prân Nath kennen, Spezialist des indischen Raga und des Kirana-Stils. 1970 werden sie zu seinen Anhängern und bleiben es bis zu seinem Tod im Jahr 1996. La Monte Young sagte über Pandit Prân Nath: „Mit ihm habe ich wirklich verstanden, was die fortschreitende Umwandlung einer durchgehenden Note bedeutet.“ Die erste Installation von Dream House an einem Ort der Kunst findet im Juli 1969 in der Münchner Galerie Friedrich statt, und viele weitere werden in den Jahren darauf in Museen und Kunstgalerien in Europa und den Vereinigten Staaten folgen, und zwar für mehrere Tage bis zu mehreren Jahren: Maeght Foundation, Saint Paul de Vence (1970); Documenta V, Kassel (1972); Dia Foundation, New York, von 1979 bis 1985, dann 1989/90; Ruine der Künste, Berlin (1992); Centre Pompidou, Paris (1994-1995). 1993 wurde ein Dream House in der MELA Foundation in New York permanent installiert. Im Jahr 1998 bietet das Musée d’Art Contemporain von Lyon Marian Zazeela und La Monte Young an, das Werk in einer definitiven Version auszustellen, um am Ende der Ausstellung dann Teil der Sammlung zu werden.