La Monte Young et Marian Zazeela, <i>The Well-Tuned Piano in The Magenta Lights 87 V 10 6:43:00 PM – 87 V 11 01:07:45 AM NYC </i> (1964-73-81-présent)

AusstellungenLa Monte Young et Marian Zazeela, The Well-Tuned Piano in The Magenta Lights 87 V 10 6:43:00 PM – 87 V 11 01:07:45 AM NYC (1964-73-81-présent)

Von. 22 september 2018 bis. 7 januar 2019

Wo?: Galerie 1
Was?: Ausstellungen
Discipline : Installation
Publikum: Alle Altersklassen
Author : La Monte Young, Marian Zazeela

Im Kontext der Ausstellung Das Abenteuer Farbe und im Gefolge der Präsentation von Dream House, einer Licht- und Soundinstallation für vier Hände von dem Künstler*innen-Duo La Monte Young und Marian Zazeela, präsentiert das Centre Pompidou-Metz das Stück The Well-Tuned Piano in The Magenta Lights 87 V 10 6:43:00 PM – 87 V 11 01:07:45 AM NYC, das als La Monte Youngs bedeutendstes Werk gilt.

1962 schuf der amerikanische Komponist La Monte Young The Four Dreams of China und in ihm nahm der Wunsch Gestalt an, „musikalische Werke zu erschaffen, die kontinuierlich, ja unendlich gespielt werden könnten“. Im selben Jahr lernte er die Bildhauerin und Musikerin Marian Zazeela kennen. Im August 1963 begannen sie, an ihrer ersten gemeinsamen visuellen Sound-Installation namens Dream House zu arbeiten. Marian Zazeela entwickelte dafür ein System aus farbigen Lichtern, die sie auf Mobiles montierte. La Monte Young seinerseits brachte verschiedene Sinus-Oszillatoren, Oszilloskope, Verstärker und Lautsprecher zum Einsatz, um damit Environments kontinuierlicher Frequenzen zu schaffen. Die Musik, die aus gehaltenen Noten besteht, die beliebig verlängert werden können, versetzt die aufgehängten Mobiles in kaum spürbare Bewegungen, während der durch die Kombination verschiedener Lichtquellen hervorgerufene Schatten neue dreidimensionale Formen entstehen lässt.

1967 lernten La Monte Young und Marian Zazeela den Musiker Pandit Prân Nath kennen, der sowohl das indische Raga als auch den Kirana-Stil beherrschte. 1970 wurden sie seine Schüler und blieben es bei zu seinem Tod 1996. La Monte Young sagt über Pandit Prân Nath: „Mit ihm habe ich erst richtig verstanden, was die progressive Transformation einer gehaltenen Note bedeutet.“ Die erste Installation von Dream House an einem Ort der Kunst fand im Juli 1969 in der Galerie Friedrich in München statt. In den Folgejahren beherbergten viele Kunstmuseen und -galerien in Europa und den USA das Werk teilweise einige Tage lang, bisweilen auch über Jahre hinweg, etwa die Fondation Maeght, Saint Paul de Vence (1970); die Documenta V, Kassel (1972); die Dia Art Foundation, New York (1979–1985, dann 1989–1990); die Ruine der Künste, Berlin (1992); das Centre Pompidou, Paris (1994–1995). 1993 wurde in der MELA Foundation in New York dauerhaft ein Dream House installiert. 1998 schlug das Museum für Gegenwartskunst in Lyon Marian Zazeela und La Monte Young vor, das Werk in einer definitiven Version auszustellen, die nach Abschluss der Ausstellung in die Sammlung eingehen sollte.

So interpretiert La Monte Young seine Werke in diesem Traumhaus und bringt sie von dort aus in Umlauf, darunter auch das Stück The Well-Tuned Piano, das 1964 entstand und erstmals aufgeführt wurde. Die für die Musikgeschichte so wichtige Komposition verweist auf Johann-Sebastian Bachs Sammlung von Präludien und Fugen im Wohltemperierten Klavier und entwickelt sich im Rhythmus von La Monte Youngs Improvisationen stetig weiter. In dem Video, das in einem von Marian Zazeela entwickelten Licht-Environment gezeigt wird, improvisiert der Künstler 6 Stunden und 43 Minuten lang ein Klaviersolo nach dem Prinzip der richtigen Intonation und spielt endlose Töne, die sich im magentafarbenen Raum entfalten. So werden mit der Komposition vertraute Raum-Zeit-Bezüge untergraben, was sie für die Besucher*innen zu einer Musikerfahrung der neuen Art macht.

 

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