Gegenwartskunst – für Kinder erzählt

AusstellungenGegenwartskunst – für Kinder erzählt

Vom 2. Juli bis zum 4. September 2011

Wo?: Studio
Was?: Ausstellungen
Öffentliche Preis: Accès libre pour les visiteurs munis d’un billet d’entrée aux expositions
Publikum: Alle Altersklassen
Author : Gianni Colosimo

Eine Ausstellung für Besucher zwischen 7 und 77 Jahren

In diesem Sommer präsentiert das Centre Pompidou-Metz vom 1. Juli bis 4. September 2011 im Studio das Projekt „Gegenwartskunst – für Kinder erzählt“ des italienischen Künstlers Gianni Colosimo. Damit dient das vielseitig gestaltbare Studio, das bis dato ausschließlich für Aufführungen im Rahmen des Kulturprogramms genutzt wurde, zum ersten Mal als Ausstellungsort.

Ausstellungskurator : Patrick Amine.

Colosimos Ansatz für die Ausstellung besteht in der Neu-Interpretation und -Bearbeitung prägender Werke des 20. und 21. Jahrhunderts etwa von Marcel Duchamp, Yves Klein, Georg Baselitz, Gino De Dominicis, Marcel Broodthaers, Daniel Buren, Piero Manzoni, Jannis Kounellis, Joseph Beuys, Maurizio Cattelan, Jeff Koons, Damien Hirst, Pino Pascali, Sol LeWitt, Mari Merz und weiteren bekannten Künstlern.
„Die Werke wurden ausgewählt, weil sie sich unmittelbar in die Welt der Kinder übertragen lassen. Sie erzählen Geschichten. Der Künstler erweckt sie zu neuem Leben oder interpretiert sie teilweise neu, indem er ihre zahlreichen Facetten erforscht. Ein ebenso origineller wie humorvoller Ansatz“, so der Ausstellungskurator Patrick Amine.

Ziel der Ausstellung ist es, die Fantasie ihrer jungen, aber auch erwachsenen Besucher anzuregen. Insbesondere die von Gianni Colosimo bearbeiteten Werke von Sol LeWitt, Felix Gonzalez Torres oder Tino Sehgal ermöglichen es dem Publikum, Kunst aktiv zu erleben. Spielerische Neuinterpretationen wie Bilder, Skulpturen und Installationen machen ihren außergewöhnlichen, verrückten und humorvollen Charakter deutlich. Gleichzeitig vermitteln sie einen Zugang zur Kunstgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie des beginnenden 21. Jahrhunderts.


„Praktisch besteht meine künstlerische Intervention darin, die Kunstwerke in einem neuen Licht darzustellen und für Kinder auf spielerische Weise begreifbar zu machen, sodass sie ihre eigene Deutung entwickeln können. Die Originalwerke, auf die ich mich beziehe, dienen dabei als Katalysator. Einige stammen von den bedeutendsten Vertretern der Gegenwartskunst. Mit der Ausstellung verfolge ich einen ästhetisch-didaktischen Ansatz, um das Interesse von Kindern, aber auch Erwachsenen für die faszinierenden und manchmal auch ‚obskuren’ Welten der zeitgenössischen Kunst zu wecken“, so der Künstler Gianni Colosimo.

Biografie Gianni COLOSIMO

Gianni Colosimo (geb. 1953, lebt und arbeitet in Turin, Italien) begann seine künstlerische Laufbahn mit Freud mein freund (1981) als Performance-Künstler in der Galerie des bedeutenden italienischen Galeristen Giorgio Persano (Turin) sowie auf dem Festival von Bologna und im ICC Antwerpen. Es folgten Il grande sonno della trapezista in der Galeria Nazionale d’Arte moderna in Rom, Nebbia di Latte im Castello di Rivoli (Turin, 1984) und Gli amori dei sette peccati (1990). Er verfasste außerdem eine Abhandlung über Yves Klein und das „Théâtre du Vide“. Nach einer Auszeit schuf er 2006 in der Galerie Pack die Installation Wallpaper, il vortice del desiderio è privo d’orizzonte, für die er die gesamte Galerie mit 1-Dollar-Noten tapezierte. 2008 und 2009 nahm er an der Skulpturen-Biennale im italienischen Carrara teil. In Kunstmagazinen wie Artforum, Exibart oder Mousse veröffentlicht er anonyme ästhetische Anzeigen. 2011 ist er eingeladener Künstler des italienischen Pavillons auf der Biennale in Venedig sowie auf der Biennale von Alessandria.

Biografie des Ausstellungskurators Patrick AMINE

Patrick Amine ist Essayist und Kunst- und Literaturkritiker der Zeitschriften Art press, Revue des deux Mondes und L’Infini. Er studierte Komposition am Konservatorium in Marseille. Seit rund 15 Jahren ist er europaweit als Ausstellungskurator tätig und wurde für seine Ausstellung Nature Mutante (1994, Auch) mit dem Prix de l’Innovation culturelle ausgezeichnet. Er kuratierte Ausstellungen von Künstlern wie Jan Fabre, N+N Corsino, Joel-Peter Witkin, Loris Cecchini und Pascal Bernier. 2005 organisierte er die Ausstellung César, Portrait Intime (Dessins inédits) im Musée du Botanique in Brüssel. Ebenfalls in Brüssel präsentierte er das zeichnerische Werk von Hervé Di Rosa und verfasste mit Journal modeste (erschienen bei Buchet-Chastel) ein Buch über dessen Werk. 2008 zeichnete er als Kurator zuständig für die Ausstellung Un siècle d’art russe et soviétique im Musée des Ducs de Wurstemberg in Monbéliard. Von 1999 bis 2004 war er literarischer Berater von France Culture-Radio France sowie Dozent an der ISELP in Brüssel und der Ensba in Paris. Er ist Autor der Werke Une Vie, une déflagration, Entretiens avec Louis Calaferte (Denoël) und Petit éloge de la colère (Gallimard-Folio, 2008).