« Du und Ich, wir leben nicht auf demselben Planeten »

Ausstellungen« Du und Ich, wir leben nicht auf demselben Planeten »

6. November 2021 bis 4. April 2022

Wo?: Auditorium Wendel , Galerie 2 , Studio
Was?: Ausstellungen

Würde man Sie, Besucherin oder Besucher dieser Biennale, fragen, auf welchem Planeten Sie leben, würden Sie die Frage vermutlich für merkwürdig und die Antwort für offensichtlich befinden: auf der Erde natürlich! Und doch ist es nicht dasselbe, ob man einen modernen Lebensstil pflegt und dabei die Ressourcen von sechs Planeten verbraucht, oder ob man sich auf das beschränkt, was unsere eine, fragile Erde mit ihren begrenzten Ressourcen hergibt.

Aktuell gewinnt der Populismus in der demokratischen Welt zunehmend an Boden, und es geht eine wachsende Bedrohung von totalitären Regimes aus. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass der Klimawandel zukünftig nicht einfach eine Frage neben vielen anderen sein wird, sondern den Rahmen für alle politischen Diskussionen bilden wird. Dass die Meinungen darüber, wie man die Erde als bewohnbaren Ort erhalten kann, immer weiter auseinandergehen, liegt nicht nur daran, dass die politischen Positionen sich immer weiter voneinander entfernen, sondern noch entscheidender ist wohl, dass wir uns offensichtlich nicht über die Beschaffenheit der Erde einig sind. Bis heute gibt es Menschen, die glauben, die Erde sei eine Scheibe! Es ist, als existierten mehrere Versionen der Erde – mit so unterschiedlichen Eigenschaften und Ressourcen, dass man von verschiedenen Planeten sprechen könnte.

Wollte man dieses fiktive Planetarium kurz beschreiben, könnte man sagen, dass es den Planeten der Menschen gibt, die um jeden Preis auf Modernisierung setzen, ohne jede Rücksicht auf die beschränkten Ressourcen der Erde (Planet Globalisierung). Dieser Planet wird auf jene, die sich durch das aktuelle Wirtschaftssystem verraten fühlen und hinter den Mauern des Nationalstaats Schutz suchen, nur eine geringe Anziehungskraft ausüben (Planet Sicherheit). Nicht zu reden von der Handvoll Techno-Geeks, die so privilegiert sind, dass sie glauben, sie könnten sich auf den Mars flüchten (Planet Exit). Während diese unterschiedlichen Positionen diskutiert werden, gilt es den Lebensstil, der Wohlstand ermöglicht, ohne dass die Grenzen der Belastbarkeit des Planeten gesprengt würden, erst noch zu erfinden (Planet Gaia).

Jeder Planet hat eine Anziehungskraft, die Sie in seine Richtung lenkt und beträchtlichen Einfluss darauf hat, was Sie fühlen, wie Sie leben und natürlich wie Sie Ihre Zukunft sehen. Diese unterschiedlichen Welten wollen wir mithilfe von Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen und Aktivistinnen erkunden, die ganz intuitiv das aufgreifen, was uns helfen könnte, mit dieser merkwürdigen Situation umzugehen.

Kuratoren
Bruno Latour, Martin Guinard und Eva Lin.

 

Ausstellung, die vom Taipei Fine Arts Museum für die 12. Taipei Biennial konzipiert und produziert und vom Centre Pompidou-Metz adaptiert wurde. Mit außerordentlicher Unterstützung des taiwanesischen Kulturministeriums und in Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum von Taiwan in Paris.

Bruno Latour geboren 1947 in Beaune (Frankreich), ist emeritierter Professor und assoziiert mit dem médialab und der École des arts politiques (SPEAP) des Instituts für Politische Wissenschaften in Paris. Er lehrt seit Januar 2018 am ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) in Karlsruhe und ist Professor an der Hochschule für Gestaltung (HfG), die ebenfalls in Karlsruhe ist. Er ist Mitglied mehrerer Akademien und trägt sechs Ehrendoktortitel. 2013 wurde er mit dem Holberg-Preis ausgezeichnet. Er ist Autor von über 20 Büchern und über 150 Veröffentlichungen. Unter den wichtigsten Ausstellungen, für die er als Kurator tätig war, sind zu nennen: „Iconoclash : Beyond the Image Wars in Science, Religion, and Art“ mit Peter Weibel (2002), „Making Things Public : Atmospheres of Democracy“ (2005) und „Reset Modernity!“ (2016). Die Kataloge zu den drei Ausstellungen sind bei MIT Press erschienen. Er ist Mitglied des kuratorischen Teams für die Ausstellung „Critical Zones : Observatories for Earthly Politics“ am ZKM. Außerdem war er Ko-Kurator der Biennale von Taipei.

Martin Guinard ist Kurator und gestaltet das Vortrags- und Publikationsprogramm des Luma Arles. Er ist an diversen interdisziplinären Programmen zur Frage der biologischen Mutation beteiligt und war Kurator der Taipei Biennial 2020. In den vergangenen Jahren hat er im Rahmen diverser internationaler Projekte mit Bruno Latour zusammengearbeitet, darunter „Reset Modernity!“ (2016) im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) sowie die Neuaufnahme desselben Projekts auf zwei Arbeitsplattformen in unterschiedlichen geografischen Kontexten: zum einen in China mit „Reset Modernity! Shanghai Perspective“ im Rahmen des Projekts Shanghai 2017 in der Fondation Pejnam; zum anderen 2019 im Iran mit „Reset Modernity! Tehran Perspective“ (Kurator: Reza Haeri) am Institut für Geschichtswissenschaften der Universität Teheran 2019. Aktuell ist er Kurator der Ausstellung „Critical Zones: Observatories for Earthly Politics“ im ZKM.

Eva Lin ist freie Kuratorin und lebt in Taiwan. Sie zeichnete als Kuratorin zuständig für das Rahmenprogramm der Biennale von Taipei. Zu ihren jüngsten kuratorischen Projekten gehören „Parallax : Damage Control“ (2017), „The Hidden South“ (2018), „The Upcoming Past“ (2019), „Ryoji Ikeda Solo Exhibition“ (mit Jo Hsiao, 2019) und die 7th Taiwan International Video Art Exhibition - ANIMA (mit Wei Yu, 2020). Derzeit ist sie Direktorin von mt.project.



Aluaiy Kaumakan (Taiwan)
Antonio Vega Macotela (Mexiko)
Cemelesai Takivalet (Taiwan)
Chang Yung-Ta (Taiwan)
Chen Yin-Ju (Taiwan)
Cui Jie (China)
Femke Herregraven (die Niederlande)
Fernando Palma Rodríguez (Mexiko)
Franck Leibovici and Julien Seroussi (Frankreich)
Frédérique Aït-Touati (Frankreich)
Hamedine Kane, Stéphane Verlet-Bottéro with Olivia Anani and Lou Mo (Senegal, Mauretanien, Frankreich, Benin, Kanada)
Huang Hai-Hsin (Taiwan)
James T. Hong (Taiwan / USA)
Jean-Michel Frodon and Rasha Salti (Frankreich / Libanon)
Jean Katambayi Mukendi (Kongo)
Jonas Staal (die Niederlande)
June Balthazard and Pierre Pauze (Frankreich)
Liu Chuang (China)
Marianne Morild (Norwegen)
MILLIØNS / Zeina Koreitem & John May (USA / Libanon)
Nomeda & Gediminas Urbonas (Litauen)
Su Yu-Hsin (Taiwan)

Gründungssponsor :

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Ausstellung, die vom Taipei Fine Arts Museum für die 12. Taipei Biennial konzipiert und produziert und vom Centre Pompidou-Metz adaptiert wurde.
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Mit der außergewöhnlichen Unterstützung des taiwanesischen Kulturministeriums
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In Zusammenarbeit mit dem taiwanesischen Kulturzentrum in Paris
Logo Centre culturel de Taïwan à Paris


Unter der Schirmherrschaft der Sanef-Gruppe
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Mit der Beteiligung der LUMA-Stiftung
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In Medienpartnerschaft mit

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