Die Nacht malen

AusstellungenDie Nacht malen

Vom 13. Oktober 2018 bis 15. April 2019

Wo?: Galerie 2 , Galerie 3
Was?: Ausstellungen
Publikum: Alle Altersklassen

Die Nacht ist ein immer wieder aktuelles Gesprächsthema – ob in Wirtschaft und Gesellschaft (dürfen Geschäfte nachts geöffnet bleiben, oder gehört die Nacht allein dem Schlaf?), Umweltschutz (was tun gegen die Lichtverschmutzung, die die Sterne für uns unsichtbar macht und Tiere desorientiert), Politik (Bewegung „Nuit debout“ – Die Nacht der Aufrechten, heimliche Grenzüberquerungen) oder Wissenschaft (unser Wissen über die Nacht wird immer wieder infrage gestellt).

Die Welt der Nacht und all die Fragen, die sich mit ihr ergeben, sind in der Kunst insbesondere seit dem Ende des 19. Jahrhunderts allgegenwärtig. Mit den Entdeckungen und Neuerungen, die die Welt seitdem bewegt haben – seien es Elektrifizierung und Beleuchtung, Psychoanalyse oder Eroberung des Weltraums –, hat die Nacht sich verändert, und wir uns mit ihr, denn sie waren Auslöser für einen tiefgreifenden Wandel unseres Verständnisses von der Nacht und dem Verhältnis, das wir zu ihr haben.

Vom 13. Oktober 2018 bis 15. April 2019 widmet das Centre Pompidou-Metz dem Thema der Nacht in der modernen und zeitgenössischen Malerei eine große Ausstellung, ergänzt durch eine Buchpublikation und ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm.

Die Nacht diente vielen KünstlerInnen der Vergangenheit als Inspiration, und sie stellt bis heute ein ungemein fruchtbares Experimentierfeld dar. Das so umfängliche wie vielgestaltige Thema der Nacht bietet zahlreiche Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit essenziellen Fragenstellungen rund um das Menschsein, unsere Rolle im Universum und nicht zuletzt die Bedeutung der Kunst.

Der Ausstellungstitel mag inhaltlich widersprüchlich anmuten, doch letztlich steckt hinter der Aussage „die Nacht malen“ eine Vielheit von Sinnen. Der französische Titel ist bewusst zweideutig gewählt, bedeutet „peindre la nuit“ doch ebenso „die Nacht malen“ wie „nachts malen“. Ob man die Dunkelheit malen will oder in der Dunkelheit, bedeutet bereits eine Entscheidung, nämlich die, ob man einen genaueren Blick auf die Außenwelt werfen will oder ob man gerade diesen aufgeben möchte. Die Nacht ermöglicht sowohl physisch als auch symbolisch jene in der Moderne so dringend erscheinende „Ablösung von der Welt“. Der Augenblick der Dämmerung ist im Übrigen eine perfekte Metapher für die flüchtige Grenze zwischen Figuration und Abstraktion.

Die Ausstellung fokussiert eher die Wahrnehmung der Nacht als ihre traditionellen Motive und ist selbst angelegt als nächtliche Erfahrung. Sie macht ihre BesucherInnen zu NachwandlerInnen und lässt sie jenen Taumel spüren, den die Nacht bereiten kann: Taumel der Sinne, inneren Taumel, kosmischen Schwindel. Ihr Weg durch die Ausstellung gestaltet sich wie ein Spaziergang durch die Nacht.

Ganz in der Tradition der Ausstellungen des Centre Pompidou-Metz, beschränkt sich auch diese Schau nicht auf das – gleichwohl zentrale – Medium der Malerei, sondern schlägt Brücken zu Musik und Literatur, aber auch Videokunst und Fotografie. Es werden Arbeiten von rund hundert KünstlerInnen aus Vergangenheit (u.a. Winslow Homer, Francis Bacon, Anna-Eva Bergman, Louise Bourgeois, Brassaï, Helen Frankenthaler, Paul Klee, Lee Krasner, Henri Michaux, Joan Mitchell, Amédée Ozenfant) und Gegenwart (so Etel Adnan, Charbeljoseph H. Boutros, Ann Craven, Peter Doig, Jennifer Douzenel, Rodney Graham, Martin Kippenberger, Paul Kneale, Olaf Nicolai, Gerhard Richter) zu sehen sein, außerdem spektakuläre Installationen, von denen einige eigens für das Projekt entstanden sind (Harold Ancart, Raphaël Dallaporta, Spencer Finch, Daisuke Yokota, Navid Nuur etc.).

Kurator: Jean-Marie Gallais verantwortlicher Leiter der Abteilung Programmgestaltung, Centre Pompidou-Metz
Recherche- und Ausstellungsbeauftragte : Alexandra Müller 

Mit Unterstützung des Moselabtellung :

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Gründungsmäzen :

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Mäzene des Ausstellung :

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