Centre Pompidou-MetzDie Architektur

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Die Architekten

Am 26. November 2003 fiel nach einem internationalen Wettbewerb die Entscheidung für den Projektentwurf von Shigeru Ban Architects und Jean de Gastines Architectes sowie Philip Gumuchdjian Architects.

Shigeru Ban

Architecte

Der 1957 geborene Shigeru Ban ist Absolvent der Cooper Union’s School of Architecture in New York. 1985 gründete er sein Büro Shigeru Ban Architects in Tokio.

Bekannt wurde er mit seinen innovativen Konstruktionen aus Kartonröhren, für die das „Kartonhaus“ (Yamanashi, Japan, 1995) exemplarisch ist. Durch seine Arbeit wurde Karton erstmals als Baumaterial wahrgenommen. Im Jahr 2000 gestaltete er den japanischen Pavillon für die Weltausstellung in Hannover und wurde damit auch in Europa berühmt.

Sein „Picture Window House“ im japanischen Shizuoka aus dem Jahr 2002 gilt als Meisterwerk der transparenten Architektur. Es liegt über dem Pazifik in einer Landschaft zwischen Wald und Meer und verfügt über zwei 20 m lange und 2,50 m hohe Fenster.

2005 entwickelte Shigeru Ban im Auftrag des Fotografen Gregory Colbert das „Wandermuseum“ für die Ausstellung Ashes and Snow. Erstmals aufgebaut wurde das einzigartige, aus Containern und Kartonröhren bestehende Museum in New York, um anschließend nach Los Angeles und Japan weiterzureisen. Der japanische Architekt stellt sein Talent auch in den Dienst humanitärer Zwecke und beschäftigt sich mit provisorischen Wohnunterkünften. Nach dem Erdbeben in Kobe im Jahr 1995 konzipierte er seine Häuser aus Kartonröhren als Notunterkünfte für die Bevölkerung. Er wurde auch bei den Erdbeben in Kaysnali in der Türkei (1999) und im indischen Bhuj (2001) aktiv. Für die Bereitstellung von Notunterkünften für die Opfer des Völkermordes in Ruanda arbeitet er mit dem Hohen Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen zusammen. 2004 wurde Shigeru Ban mit der Grande Médaille d’or, der höchsten Auszeichnung der französischen Académie d’Architecture, geehrt.

Zentrale Anliegen sind dem Architekten in seiner Arbeit Freiheit und Innovation.

 

 

Jean de Gastines

Ar

 

 

Der ebenfalls 1957 geborene Jean de Gastines begann seine Laufbahn bei Frank Gehry in Kalifornien, um danach bei Aymeric Zublena in Paris zu arbeiten. Seit 1985 leitet er sein eigenes, nach ihm benanntes Büro, in dem acht Architekten beschäftigt sind. Jean de Gastines hat Kurbäder, Ferienanlagen und Gebäude für den Weinbau insbesondere im Médoc und im französischen Baskenland, aber auch in Südafrika entworfen.

Bemerkenswert sind auch seine Beiträge zu so wichtigen Ereignissen wie den Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli, wo er von 1995 bis 2004 für die Präsidententribüne verantwortlich zeichnete. 2006 war er Gewinner des Wettbewerbs um die Planung eines neuen Center Parc im französischen Osten, dessen 870 Ferienhäuser vollständig aus Holz bestehen. 2008 wurde Jean des Gastines mit der Szenografie für die Ausstellungen Mingei und Upside down im Pariser Musée du quai Branly beauftragt.

Die Zusammenarbeit zwischen Jean de Gastines und Shigeru Ban bei den europäischen Projekten des japanischen Architekten begann im Jahr 2000. Neben dem Centre Pompidou-Metz planten die Architekten gemeinsam das Institut du Canal de Bourgogne (2005) in Pouilly-en-Auxois und waren an einem experimentellen Projekt des sozialen Wohnungsbaus im elsässischen Mülhausen (2005) beteiligt, das von Jean Nouvel geleitet wurde. Darüber hinaus schufen sie im Eventbereich zahlreiche temporäre Strukturen.

Die Entwürfe von Jean de Gastines werden maßgeblich durch ein Streben nach Lebensqualität und Wohlbefinden geprägt.

 

 

 

 

 

 

Philip Gumuchdjian

Architecte

Der 1958 geborene Philip Gumuchdjian ist Absolvent der Architectural Association School of Architecture’s und des Royal college of Art in London. Sein Interesse für die Architektur erwachte mit seinem ersten Besuch im Centre Pompidou 1976. 1980 trat er in das Architekturbüro Richard Rogers ein, wo er insgesamt 18 Jahre arbeitete und teilhabender Partner wurde. Gemeinsam mit Richard Rogers schrieb er das Buch Cities for a small planet [Städte für einen kleinen Planten] über nachhaltige Stadtentwicklung.

1998 gründete er mit Gumuchdjian Architects sein eigenes Architektenbüro, das unter anderem die Galerie Hauser & Wirth, das Museum Butler Family Collection, das Giant Recycled Paper Building im Millennium Dome, die St. Marylebone School of Performing Arts in London sowie den Think Tank in Irland geplant hat. Zu seinen nicht realisierten Entwürfen gehören der Tate Tower, die Dun Laoghrie Library in Dublin und eine Archi-Skulptur mit Anish Kapoor.

Das Centre Pompidou-Metz ist das Ergebnis einer zehnjährigen informellen Zusammenarbeit mit Shigeru Ban und Jean de Gastines, in deren Rahmen auch das Paper Forest Building in Kew Gardens, London entstanden ist.

Das Architektenbüro hat bereits zahlreiche Preise gewonnen, darunter 2008 der Preis des Royal Institute of British Architects (RIBA) sowie 2003 und 2010 der Stephen-Lawrence-Preis.

Philip Gumuchdjian unterrichtet Architektur und Design an der Hochschule für Architektur UCL Bartlett und ist seit einiger Zeit Mitglied der Wettbewerbsjury für die RIBA-Awards.

www.gumuchdjian.com.

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