Der Himmel als Atelier. Yves Klein und seine Zeitgenossen

AusstellungenDer Himmel als Atelier. Yves Klein und seine Zeitgenossen

Vom 2. Mai bis 2. November 2020

Wo?: Grande Nef
Was?: Ausstellungen
Publikum: Alle Altersklassen

Yves Klein, einem der Hauptakteure der europäischen Nachkriegskunst, widmet das Centre Pompidou-Metz eine umfangreiche Ausstellung. Bekannt ist Yves Klein für seine blauen monochromen Bildkompositionen, in Kontakt stand er mit zahlreichen europäischen Künstlern, Mitgliedern der Gruppe NUL in den Niederlanden sowie mit der Gruppe ZERO in Deutschland. Besucher können Yves Klein ab April 2020 in einem internationalen Kontext neu bzw. wiederentdecken. Die Werke dieser Künstlergeneration, die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg von einem Elan an Freiheit ergriffen wurde, richten ihren Blick auf Raum und Weite und bieten eine Annäherung an Kunst und Universum, die sich von jeglicher Materialität distanziert. Yves Klein steht in engem Austausch mit ZERO, um während Ausstellungen Farbe, Licht und Vibration zu erkunden. Durch die Verwendung der natürlichen Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft versuchen Otto Piene, Heinz Mack und Günther Uecker eine Leere zu erzeugen.

Mit seinem Freund Lucio Fontana erkundet Yves Klein den Spatialismus, eine Kunstbewegung, die eine Zeit- und Raumeinheit abbildet, wie sie aus der Interaktion mit dem Beobachter entsteht. Angeregt durch die Eroberung des Weltraums eignen sich diese Künstler den Himmel durch ihre Darstellungen des Kosmos sowie durch die Schaffung von Luftskulpturen an. So entwickelt Yves Klein 1958 bis 1961 eine „Architecture de l‘air“ („Luftarchitektur“), für die Himmel, Grenzenlosigkeit/Unendlichkeit und Immaterialität zu seinem Atelier werden. Sein Interesse gilt nicht nur der Malerei, er sorgt für eine Fusion von Figürlichkeit und Materie und lehnt herkömmliche Darstellungstechniken und -mittel ab, um sich einem intensiven Körper hinzugeben (Saut dans le vide, 1960). Der Körper ist das „Instrument einer qualitativen Evaluation“, das er benutzt, um Raum abzubilden: „Ich muss mich in den Raum begeben, ohne irgendetwas, ohne Betrügereien [...], der Maler des Raums muss dies ganz allein leisten.“ Ein Raum, der - gemäß dem Künstler - von der Sensibilität eines jeden bewohnt wird. Die Ausstellung zeigt zeitgenössische Werke, ergreift aber auch die Gelegenheit, ältere, nur wenig bekannte Performances zu präsentieren.

Liste der Vorgestellten künstler :
Bernard Aubertin, Claude Bellegarde, Alberto Burri, Enrico Castellani, Constant, Dadamaino, Lucio Fontana, Hans Haacke, Hiroshi Hamaya, Oskar Holweck, Eikoh Hosoe, Fumio Kamei, Akira Kanayama, Kikuji Kawada, Yves Klein, Gyula Kosice, Yayoi Kusama, Liliane Ljin, Heinz Mack, Piero Manzoni, Sadamasa Motonaga, Saburo Murakami, Henk Peeters, Otto Piene, Giuseppe Pinot-Gallizio, Roberto Rossellini, Rotraut, Shozo Shimamoto, Fujiko Shiraga, Kazuo Shiraga, Takis, Jean Tinguely, Günther Uecker, Jef Verheyen, Lothar Wolleh, Gil J. Wolman.

Kurators : Emma Lavigne, Présidente du Palais de Tokyo, en collaboration avec Daniel Moquay, directeur des Archives Yves Klein
Recherche und Ausstellungen: Colette Angeli et Chloé Chambelland