Chagall. Überbringer des Lichts

AusstellungenChagall. Überbringer des Lichts

Vom 21. November 2020 bis 15. März 2021

Wo?: Galerie 3
Was?: Ausstellungen
Publikum: Alle Altersklassen

„ Für mich ist ein Buntglasfenster die durchscheinende Trennung zwischen meinem Herzen und dem Herzen der Welt. Buntglas ist ergreifend, es verlangt Feierlichkeit, Leidenschaft. Es muss durch das aufgenommene Licht zum Leben erwachen. “ Marc Chagalll

Von November 2020 bis März 2021 präsentiert das Centre Pompidou-Metz seine neue Ausstellung Chagall. Überbringer des Lichts, die erstmals der Bedeutung von Licht und Glasmalerei im Werk des Künstlers auf den Grund geht.

Die Modelle der für zahlreiche Gebäude in der Region Grand Est (Metz, Reims, Sarrebourg), im benachbarten Deutschland (Mainz) und in anderen Ländern der Welt (Israel, USA, England, Schweiz) geschaffenen Buntglasfenster sind zum ersten Mal an einem Ort vereint und werden gemeinsam mit einer bedeutenden Zahl von Gemälden, Skulpturen, Keramiken und Zeichnungen aus den Sammlungen des Centre Pompidou, des Musée National Marc Chagall in Nizza, internationalen Museen und Privatsammlungen gezeigt. Anhand dieser Werke kann das Schaffen eines Künstlers neu entdeckt werden, der frei von einer Technik zu nächsten, vom Judentum zum Christentum, von der kollektiven Geschichte zur Privatsphäre des Künstlers, von Tradition zu Subversion wechselte und sich keinen Dogmen verpflichtet fühlte. Sie beleuchtet den historischen und politischen Kontext der einzelnen Aufträge und zeigt auf, wie Chagall Zeichen und Symbole vor dem Hintergrund eines humanistischen Ideals der Freiheit und des Friedens verwendete und transformierte.

Im Frankreich der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und unter dem Einfluss einer Erneuerung der sakralen Kunst trachtete Chagall danach, der „ müden Menschheit in einer Epoche, in der alte religiöse oder andere Ideale verblassen “, neue Lebenskraft zu schenken und sehnte sich danach, „ einen Lichtstrahl zu erblicken, der einen neuen Sinn des Lebens erkennbar macht “. In der Überzeugung, dass jede Gesellschaft, jede Person für ihr Überleben die Hilfe einer übernatürlichen Macht benötigt, lässt Chagall in seinem von Entlehnungen und persönlichen Erinnerungen durchsetztem Werk die Mehrdeutigkeit der religiösen Symbolik, ihre Porosität und die Möglichkeit einer der Konformität entbehrenden Erzählung aufleben.

Für Chagall ist die Glasmalerei der ideale Raum, diese unsichtbare Kraft in Erscheinung treten zu lassen. Denn jenseits des technischen Aspekts sieht er sie als eine Erscheinung, „ ein mystisches Ding, das durch das Fenster kommt “. Der Künstler sublimiert den Werkstoff Glas, der mit der Malerei verschmilzt, sich mit Himmelsstrahlen und Architektur verbündet, um sich das zur Schnittstelle werdende Werk neuen Dimensionen öffnen zu lassen. Diese Alchemie ist das Ergebnis des Zusammentreffens des Talents des Malers mit dem einzigartigen Savoir-faire der meisterhaften Glasmacher Charles Marq und Brigitte Simon. Von den ersten Zeichnungen bis zu seiner Einbindung in die Architektur zeigt die Ausstellung die verschiedenen Phasen der Entstehung eines Buntglasfensters.

Diese Ausstellung ist Teil der Feierlichkeiten zum 800-jährigen Bestehen der Kathedrale von Metz, für die Marc Chagall mehrere Buntglasfenster gestaltet hat. Gleichzeitig bildet sie einen Höhepunkt des Jahrestags des Centre Pompidou-Metz sein, das im selben Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert.

 

Kurator:
Kuratiert wird die Ausstellung von Elia Biezunski, Beauftragte des Direktors/der Direktorin des Centre Pompidou-Metz, mit Unterstützung von Anne Dopffer und Jean-Baptiste Delorme, Ausstellungskuratoren am Musée National Marc Chagall.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Musée national Marc Chagall konzipiert.

Gründungsmäzen:

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Mit Unterstützung der

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Mit der Beteiligung von
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