Centre Pompidou-MetzDie Architektur

Die Dachkonstruktion ist ein architektonisches Meisterwerk. In ihrer sechseckigen Form mit einem Durchmesser von 90 m nimmt sie den Grundriss des Gebäudes auf. Die aus hölzernen Trägerelementen zusammengesetzten Einzelelemente der Konstruktion bilden eine Netzstruktur mit Öffnungen von je 2,90 m Größe, die an das Geflecht eines chinesischen Hutes erinnert.

Die hölzerne Dachkonstruktiontoiture

Das Flächentragwerk besteht aus sehr widerstandsfähigen, in ihrer Länge über das Normalmaß hinausgehenden Brettschichtholzträgern, die in zwei Schichten und drei Richtungen zu einer Netzstruktur mit sechseckigen Öffnungen zusammengefügt sind.

Aufgrund dieser Verarbeitung können Spannweiten bis zu 40 m erreicht werden. So handelt es sich bei der Dachkonstruktion um ein selbsttragendes Element, das auf nur wenigen Stützen ruht.

Das Dach legt sich in seiner unregelmäßigen Geometrie mit Wölbungen und Gegenwölbungen über das gesamte Gebäude mit den drei Ausstellungsgalerien. Es handelt sich um eines der größten und komplexesten Holztragwerke weltweit. Seine Belastbarkeit wurde in umfangreichen Windkanalstudien erprobt.

Inspiriert wurde die Form übrigens von einem chinesischen Hut, den Shigeru Ban in den Straßen von Paris entdeckt hatte.

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Die Membran

Die nach dem Vorbild dieses Hutes gestaltete Holzstruktur ist von einer schützenden Textilmembran aus Glasfasern mit einer Teflonbeschichtung (PTFE: Polytetrafluoroethylen) überzogen.

Diese wasserdichte Membran sorgt für eine natürliche Klimatisierung des Gebäudes und ist damit Teil des ehrgeizigen Energieeffizienzkonzepts für das gesamte Gebäude, das beste Bedingungen für die Ausstellung und Aufbewahrung der Werke garantiert.

Belastungstests für die Dachkonstruktion

Die Komplexität der Dachkonstruktion ist bedingt durch ihre Form, ihre Größe (8.000 m²) und ihr Herstellungsverfahren. Ende 2005 wurde die Technik für das Dach, das sich heute über das Centre Pompidou-Metz erstreckt, in umfangreichen aerodynamischen Versuchsreihen getestet.

Nach einem internationalen Vergabeverfahren im Jahr 2005 erhielt das Zentrum für Bauwissenschaft und -technik CSTB im französischen Nantes den Zuschlag für die Durchführung von drei Versuchsreihen, um die Belastbarkeit der spektakulären Dachkonstruktion bis ins Detail zu testen. Gegenstand der Testreihen waren die Auswirkungen von Schneelasten sowie das Verhalten der Dachkonstruktion bei Windlast, außerdem wurde eine Windkomfortstudie erstellt.

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Als internationaler Spezialist war das CSTB bereits an Großprojekten wie der Autobahnbrücke von Millau, dem Arche de la Défense in Paris oder dem Bau von Wolkenkratzern in den USA beteiligt und ist eines der wenigen französischen Unternehmen, die Dienstleistungen in diesem Fachbereich anbieten. Zunächst ermittelten die Fachleute vom CSTB die lokalen Wetterdaten, um dann drei mit Kupfersensoren ausgestattete Modelle des geplanten Bauwerks anzufertigen. Die Versuche selbst begannen im Dezember 2005.

Im mit riesigen Windmaschinen und Schneekanonen ausgerüsteten Windkanal Jules Verne in Nantes musste das zukünftige Centre Pompidou-Metz einer harten Belastungsprobe standhalten. Acht Mess-Serien wurden durchgeführt, um die Auswirkungen der Windlast auf das Gebäude, aber auch seine Umgebung zu bewerten und die auf die Besucher wirkenden Windeffekte zu analysieren. Ein weiteres Modell wurde tagelang bei Temperaturen von -15 °C beschneit und anschließend von den Technikern zerlegt, um die Schneehöhe in den verschiedenen Dachbereichen zu messen.

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