Paparazzi! Fotografen, Stars und Künstler

AusstellungenPaparazzi! Fotografen, Stars und Künstler

Vom 26. Februar bis 9. Juni 2014

Wo?: Galerie 3
Was?: Ausstellungen
Publikum: Alle Altersklassen

Das Centre Pompidou-Metz widmet dem Phänomen und der Ästhetik der Paparazzi-Fotografie eine Ausnahme-Ausstellung mit rund 600 Werken aus den verschiedensten Disziplinen (Fotografien, Gemälde, Videos, Skulpturen, Installationen u.v.m.).

Die Ausstellung erzählt Geschichten aus 50 Jahren Starfotografie und nimmt den Beruf des „Bilderjägers“ ins Visier, um den komplexen und faszinierenden Beziehungen zwischen Fotograf und Star nachzuspüren und den Einfluss des „Paparazzi-Phänomens“ auf die Modefotografie auszuloten.

Neben Arbeiten der berühmtesten Vertreter der Paparazzi-Zunft wie Ron Galella, Pascal Rostain und Bruno Mouron oder Tazio Secchiaroli zeigt Paparazzi! Fotografen, Stars und Künstler Werke von Künstlern, die sich in ihrem Schaffen kritisch mit diesem modernen Mythos auseinandergesetzt haben, darunter etwa Richard Avedon, Raymond Depardon, William Klein, Gerhard Richter, Cindy Sherman oder auch Andy Warhol, um die spezifischen Charakteristika der Paparazzi-Ästhetik zu ergründen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in gemeinsamer Herausgeberschaft des Centre Pompidou-Metz mit dem Verlagshaus Flammarion.

Kurator:
Clément Chéroux,, Konservator am Centre Pompidou, Musée national d’art moderne, Leiter der fotografischen Sammlung

Ko-Kuratoren:
Quentin Bajac, leitender Konservator für Fotografie am MoMA, New York

Sam Stourdzé, Direktor des Musée de l’Elysée, Lausanne

Die vom Centre Pompidou-Metz konzipierte und produzierte Ausstellung Paparazzi! Fotografen, Stars und Künstler wird vom 27. Juni bis 12. Oktober 2014 in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main zu sehen sein.

Die Ausstellung ist thematisch in drei große Abschnitte gegliedert: Fotografen, Stars und Künstler.

ROTER TEPPICH (EINLEITUNG)
Gleich zu Beginn der Ausstellung gerät der Besucher ins Blitzlichtgewitter der Paparazzi, das Teil einer Installation von Malachi Farrell mit dem Titel Interview (Paparazzi) ist, und findet sich damit selbst in den Rang eines Stars erhoben. In Kombinaton mit einer Reihe von Fotografien, die – gewissermaßen als Bild im Bild – eine Horde jagender Paparazzi zeigen, erlebt der Besucher unmittelbar am eigenen Leib, welchem Druck die Stars bisweilen ausgesetzt sind.

FOTOGRAFEN

Ein Beruf
Der Beruf des Paparazzo ist komplexer, als es scheinen mag. Paparazzi müssen erfindungsreich sein, und ihre Missionen sind bisweilen ebenso delikat und riskant. Jeder hat seine eigenen Tricks, weiß seine eigenen Anekdoten zu erzählen und trägt damit seinen Teil bei zur Legendenbildung um das „Paparazzitum“ bei. Dieser Ausstellungsabschnitt umfasst eine Reihe von Interviews mit Paparazzi-Fotografen und zeigt ihre Ausrüstung (Kamera mit Teleobjektiv, Verkleidungen usw.) sowie Fotografien von Francis Apesteguy, Olivier Mirguet, Jessica Dimmock, Christophe Beauregard und einen Ausschnitt aus dem Film Reporters von Raymond Depardon, um den Geheimnissen des Paparazzi-Metiers auf die Spur zu kommen.

Mythen
Geburtsstunde der berühmten Figur des „Paparazzo“ war das Jahr 1960, als Federico Fellini die beiden italienischen Worte „pappataci“ (kleine Mücken) und „ragazzo“ (kleiner Junge) zu einem Begriff verschmolz. Der Paparazzo verkörpert einen postmodernen Antihelden, der mit dem Film La Dolce Vita zu einem Mythos der Popkultur geworden ist.
Ausschnitte aus Filmen von Dario Argento, Federico Fellini, Brian De Palma, Louis Malle oder Andrzej Zulawski aus den Jahren 1930 bis heute illustrieren die öffentliche Wahrnehmung des Paparazzo: Er gilt als einsamer Wolf, häufig auch als – skurpelloser und damit unsympathischer – Versager und verkörpert damit gleichsam den negativen Gegenentwurf zur Lichtgestalt des Kriegsreporters.

STARS

Feuer frei
Der Beruf des Paparazzo ist im Wesentlichen eine männliche Domäne. Seine Opfer jedoch sind bevorzugt Ikonen der Weiblichkeit. Dieser Ausstellungsabschnitt zeigt anhand der Geschichte von acht Frauen – Brigitte Bardot, Paris Hilton, Jackie Kennedy-Onassis, Stéphanie von Monaco, Britney Spears, Diana Spencer und Elizabeth Taylor – auf, wie sich Stil und Probleme der Paparazzo-Fotografie im Laufe ihrer fünfzigjährigen Geschichte verändert haben.

Die Kehrseite der Medaille
Die Stars sind jedoch nicht nur passive Opfer der Paparazzi. Bei einem Zusammenstoß mit den Bilderjägern haben sie die Wahl, mit ihnen zusammenzuarbeiten und sich fotografieren zu lassen oder eben auch nicht. Ihre Reaktionen reichen im letzteren Fall von höflicher Ablehnung bis zu aggressiver Gegenwehr. Oder sie lassen sich auf das Spiel mit den Fotografen ein, öffnen sich ihnen, machen sich zu ihren Komplizen. Und bisweilen greifen sie auch selbst auf raffinierte Tricks zurück, um dem star system und seinen Zwängen zu entkommen. In dieser Ausstellungssektion illustriert eine umfangreiche Auswahl an Aufnahmen der berühmtesten Paparazzi des 20. Jahrhunderts – angefangen von Daniel Angeli, Francis Apesteguy, Ron Galella und Marcello Geppetti über Bruno Mouron und Pascal Rostain bis hin zu Erich Salomon, Tazio Secchiaroli, Sébastien Valiela und Weegee – die höchst unterschiedlichen Reaktionen der Stars auf das Auge der Kamera.


KÜNSTLER

Formen der Aneignung
Die spezifischen Arbeitsumstände der Paparazzi bringen eine ganz eigene Ästhetik hervor: Eile und Improvisation haben Auswirkungen auf die Bildkomposition. Durch die Verwendung des Teleobjektivs aus der Ferne und des Blitzlichts aus der Nähe ergibt sich leicht ein Verflachungseffekt. Der Star, der sich schützend die Hand vors Gesicht hält, ist heute Sinnbild medialer Übergriffigkeit. Seit den 1960er-Jahren hat diese Ästhetik zahlreiche Künstler aus Pop Art, Postmoderne und auch zeitgenössischeren Strömungen von Richard Hamilton über Valerio Adami, Barbara Probst und Gerhard Richter bis Paul McCarthy inspiriert.

In der Haut des Paparazzi
Seit den 1960er-Jahren fesseln Perspektive und Ethos der Paparazzi Künstler und Modefotografen, und immer wieder schlüpfen sie für die Dauer eines Projekts in die Haut des Bilderjägers. Richard Avedon, William Klein und später dann Terry Richardson waren die Ersten, die sich für eine Fotoserie in die Rolle des Paparazzo begeben haben. Ihnen folgten zahllose Künstler, darunter etwa der Amerikaner Gary Lee Boas, die Britin Alison Jackson und das österreichische Künstlerkollektiv G.R.A.M., die Stars nach Paparazzi-Art ablichteten. In den 1980er-Jahren begannen diverse weibliche Künstler, unter anderem Malin Arnesson, Kathrin Günter oder Cindy Sherman, die Rolle des Künstlers als Star zu hinterfragen.

 

KIOSK (SCHLUSSFOLGERUNG)
Die Klatschpresse ist Sprachrohr einer Medienindustrie, die ihre ganz eigene Rhetorik pflegt und charakteristischen Layout-Regeln folgt. Dieser letzte, als Schlussfolgerung inszenierte Ausstellungabschnitt zeichnet mithilfe von Werken von Jonathan Horowitz, Armin Linke, Paul McCarthy und Andy Warhol die Wege nach, auf denen Paparazzifotos ihren Weg in die Öffentlichkeit nehmen.

  

 

 

 

 

 

Anlässlich der Ausstellung veranstaltet das Centre-Pompidou Metz einen Fotowettbewerb.
Der Wettbewerb startet am 26.

Februar 2014 auf wipplay.com. Verfolgen kann man ihn auf der Facebook-Seite des Centre Pompidou-Metz.

Als soziales Netzwerk rund um Kulturveranstaltungen, Bürgerevents und Kunstinitiativen bietet WIPPLAY Bilderfreunden – Amateuren wie Profis – die Möglichkeit, an Aktionen rund ums Foto teilzunnehmen. Ob klassischer Talentwettbewerb, Veranstaltung für Eingeweihte, Schnitzeljagd oder Tempospiel – Wipplay fordert alle Internetnutzer auf, ihre Bilder öffentlich zu machen und sie von bedeutenden Vertretern aus der Welt des Bildes bewerten zu lassen.

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