Le Corbusier und Léger. Farbenfrohe Visionen

AussenprojekteLe Corbusier und Léger. Farbenfrohe Visionen

Vom 20. Mai bis zum 24. September 2017
Vom Montag bis Donnerstag vom 9:00 bis 12:30 und vom 14:00 bis 17:30
Sonntag vom 14:00 bis 18:00
Eintritt frei

Wo?:
Was?: Aussenprojekte
Discipline : Exhibition
Öffentliche Preis: Entrée libre
Publikum: Alle Altersklassen

Im Dialog mit der Retrospektive Fernand Léger. Das Schöne ist überall im Centre Pompidou-Metz bietet die Ausstellung Le Corbusier und Léger. Farbenfrohe visionen [Le Corbusier und Léger. Polychrome Visionen] in der Cité radieuse in Briey den Besuchern die Gelegenheit, das einzigartige Bauwerk des Architekten in 40 km Entfernung von Metz zu erkunden. Die Ausstellung, die in Partnerschaft mit dem Verein La Première Rue und der Gemeinde Val de Briey entstanden ist, darf sich der großzügigen Unterstützung der Fondation Le Corbusier erfreuen. Sie schlägt eine Verbindung zwischen dem Denken des Architekten und dem des Malers und zeichnet den Weg ihrer langjährigen Freundschaft nach, die von ihrer gemeinsamen Freude an der Farbe geprägt wurde.

Nachdem er die Region an der Front von Verdun während des Ersten Weltkriegs kennengelernt hatte, entwarf Fernand Léger im Bassin von Briey 1940 die Ausstattung für einen Flughafen „für alle“. Dieses Projekt zur Demokratisierung der Luftfahrt, das aufgrund des Weltkrieges unterbrochen werden musste, findet sein Pendant in Le Corbusiers Leidenschaft für das, was er „Flugmaschinen“ nannte. Einige Jahre später verschlug es dann den Architekten nach Lothringen, wo er bei dem Bau einer Fabrik in Saint-Dié erste polychrome Experimente machte, bevor er in den 1950er-Jahren seine Wohnmaschine in Briey errichtete. Léger und Le Corbusier lernten sich 1920 im Café de la Rotonde in Montparnasse kennen. Im selben Jahr gründete der Architekt gemeinsam mit dem Maler Amédée Ozenfant die Zeitung L’Esprit Nouveau, die sich einem ungemein breiten Themenspektrum öffnete, das umfänglich auf der Titelseite benannt wurde: „Architektur, Malerei, Musik, theoretische und angewandte Wissenschaften, experimentelle Ästhetik, Ingenieurwesen und Ästhetik, Urbanismus, Philosophie, ökonomische Soziologie, politische und ethische Wissenschaften, modernes Leben, Theater, Spektakel, Sport, Fakten“. Fernand Léger lieferte sporadisch Beiträge zu der Publikation. Bei einer Sendung über den Maler erinnerte sich Le Corbusier an den entscheidenden Moment:

„Wir sind gute Freunde geworden. Ich wurde von Jeanneret zu Le Corbusier, und wir duzten uns.“ 1925 lud er Léger ein, ein Gemälde in seinem Pavillon de l’Esprit Nouveau auf der Weltausstellung des Kunstgewerbes zu präsentieren. Bei der Pariser Weltfachausstellung 1937 schuf Léger eine monumentale Fotomontage für den Pavillon des Temps Nouveaux von Le Corbusier.

Auch wenn sie nur wenige Male tatsächlich zusammenarbeiteten, nahm ihr Austausch entscheidend Einfluss auf die Bedeutung der Polychromie in ihren jeweiligen Arbeiten. Fernand Léger, der seine Ausbildung mit 16 Jahren bei einem Architekten begonnen hatte, entwickelte bereits früh ein Interesse für diesen Bereich. Überzeugt vom interdisziplinären Charakter der Künste, setzte er sich für ein „Dreierbündnis“ zwischen Wand, Architekt und Maler ein. „Wie erzielt man einen Eindruck von Raum, dem Durchbrechen von Grenzen? Ganz einfach durch Farbe, durch Wände in unterschiedlichen Farben. […] Farbe ist ein wirkungsvolles Werkzeug, sie kann eine Wand zerstören, sie schmücken, in den Vorder- oder Hintergrund rücken, sie schafft einen neuen Raum“, so sein Credo. Le Corbusier verspürte eine ähnliche Sehnsucht nach Farbe, und er hielt in seinem Almanach d’architecture moderne fest, dass ein vollkommen weißes Haus nichts anderes als ein „Cremetopf“ sei.

Ein umfangreiches Ensemble an Archivmaterialien – Zeitschriften, Filme, Fotografien usw. – illustriert eine Vielzahl ihrer – bisweilen verkannten – Projekte, die Architektur und Malerei miteinander verbinden.

Kuratorinnen:
Elia Biezunski, Referentin der Direktorin des Centre Pompidou-Metz
Anne Horvath, zuständig für Koordination und Recherchen im Centre Pompidou-Metz

La Première Rue
Cité radieuse Le Corbusier
131 Résidence Le Corbusier
1er étage
54150 Briey-en-Forêt
+33 (0)3 82 20 28 55

Die Ausstellung Le Corbusier und Léger. Farbenfrohe Visionen wurde vom Centre Pompidou-Metz in Zusammenarbeit mit dem Verein La Première Rue und dem Val de Briey und mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Le Corbusier organisiert.
lapremiererue.fr

 

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