Evening #6 - Ryoko Sekiguchi, Lorsque l’humidité change, le monde change. [Wenn die Feuchtigkeit sich ändert, ändert sich die Welt].

VeranstaltungenEvening #6 - Ryoko Sekiguchi, Lorsque l’humidité change, le monde change. [Wenn die Feuchtigkeit sich ändert, ändert sich die Welt].

Sonntag 10. Dezember um 16 Uhr

Wo?: Studio
Was?: Veranstaltungen
Discipline : Leistung
Öffentliche Preis: 10 € / 5€ (Tarif réduit appliqué également sur présentation du billet d’accès aux expositions du jour, dans la limite des places disponibles)
Publikum: Alle Altersklassen
Dauer : 75'
Author : Sinnliche Augenblicke mit dem Designer Felipe Ribon und dem Koch Sugio Yamaguchi, Performance

Über Lors que l’humidité change, le monde change [Wenn die Feuchtigkeit sich ändert, ändert sich die Welt]
Ryoko Sekiguchi lädt ihr Publikum zu einer Lesung aus einem einzigartigen Genre ein, dessen zentrales Thema die Feuchtigkeit ist: Aus der Verquickung von plastischer Darstellung und Erfahrung ergeben sich Zustände besonderer Art, Erinnerungsräume und Orte sinnlichen Erlebens, für deren Konzeption Sugio Yamaguchi und Felipe Ribon verantwortlich zeichnen.
Ähnlich wie wir, die wir zu 70% aus Wasser bestehen, enthält alles, aus dem unsere Welt sich zusammensetzt, Wasser. Ganz wie der Begriff des Terroirs, der letztlich von einer Vielzahl von klimatischen Bedingungen abhängt, kann die Feuchtigkeit, der Wassergehalt entscheidend dafür sein, wie etwas in unserer Welt existiert. Eine Tomate verfault irgendwann. Doch enthält sie kein Wasser mehr, verwandelt sie sich in eine appetitliche getrocknete Tomate. Ein toter Körper löst sich auf, doch je nachdem, wieviel Wasser er enthält, unterscheidet sich seine Textur. Die Haut von Mumien kann so fein sein wie Papier, aber auch zäh wie Leder. Oder sie erinnert an eine Baumrinde oder wird wächsern. Wenn wir uns ein getrocknetes Lebensmittel auf die Zunge legen, saugt es die Feuchtigkeit in unserem Mund auf, um sich unserem Körper anzugleichen. Es gibt einen permanenten Wasseraustausch zwischen uns und der Welt, zwischen Ihnen und mir, bis unser Körper nicht mehr ist. Übrig bleibt nur das Denken, die einzige Sache, die kein Wasser enthält. Und das geht immer so fort.

Credits:
Unveröffentlichter Text: Ryoko Sekiguchi / kulinarische Kreationen: Sugio Yamaguchi
Bilder und Szenografie: Felipe Ribon

Ryoko Sekiguchi
Die japanische Autorin und Schriftstellerin Ryoko Sekiguchi lebt in Paris. Sie hat Kunstgeschichte an der Sorbonne studiert und in vergleichender Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Tokio promoviert. Sekiguchi verfolgt das Prinzip des „doppelten Schreibens“ und durchstreift Disziplinen und Regionen. Sie schreibt auf Französisch und Japanisch, übersetzt in beide Richtungen, arbeitet in Literatur und Gastronomie und kann auf diverse kollaborative Projekte zurückblicken. Ihr Roman Ce n’est plus un hasard [Das ist kein Zufall mehr] von 2011 entstand im Gefolge des Tsunami und der Reaktorkatastrophe von Fukushima und ist eine Auseinandersetzung mit den ambivalenten Gefühlen, die sie angesichts der Ereignisse erlebte. Seit 2013 beschäftigt sie sich mit den Schnittstellen von Literatur und Gastronomie und hat im selben Jahr ihr Werk Le Club des gourmets veröffentlicht, für das sie die kulinarische Erinnerung bekannter Autoren zusammengetragen hat, während es in dem 2016 gemeinsam mit Felipe Ribon publizierten Buch Dîner Fantasma um eine Dinner-Reihe zugunsten verschwundener Personen geht. Nachdem Caravanserail menu (2016) auf der Triennale von Aichi präsentiert wurde, setzt Sekiguchi ihre Erforschung dieser unterschiedlichen Genres aktuell im Rahmen des Projekts Lorsque l’humidité change, le monde change fort.

Felipe Ribon
Designer, Fotograf. Geboren in Bogota, lebt in Paris. Ribons Arbeit markiert eine Abkehr vom kartesianischen Denken. Sie speist sich aus den unerforschten Tiefen des Unbewussten und Unfassbaren, um auf diesem Wege Objekte zu schaffen, die die Vielseitigkeit der Wahrnehmung fördern. Ribon wurde für sein Know-how, seine Kreativität und seine Innovationsfreude mit dem Prix Liliane Bettencourt (2014) ausgezeichnet, außerdem mit dem Grand Prix de la Création der Stadt Paris (2009), und er war Stipendiat der Villa Medici (2013).

Sugio Yamaguchi
Koch und Leiter des Restaurants Botanique in Paris. Geboren in Tokio, lebt in Paris. Yamaguchi setzt auf Natürlichkeit und wird dabei inspiriert durch die französische Küche. Seine Kreationen sind Würdigungen der Terroirs und der Kochkunst in und um Lyon, wo er nach Meinung bedeutender Köche seine kulinarische Handschrift entwickelt hat. Er ist Preisträger des unter Jury-Präsident Thierry Marx vergebenen Kreativ-Stipendiums von Badoit (2015) und wurde auf dem Festival Omnivore mit dem Preis „La jeunesse“ ausgezeichnet, außerdem würdigten Guide Gault&Millau, Télérama und Express Style ihn 2017 mit dem Nachwuchstitel „Jeune Chef à suivre“.

 

 

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