Cosa mentale. Bildwelten der Telepathie in der Kunst des 20.Jahrhunderts

AusstellungenCosa mentale. Bildwelten der Telepathie in der Kunst des 20.Jahrhunderts

Vom 28. Oktober bis 28. März 2016

Wo?: Galerie 3
Was?: Ausstellungen
Publikum: Alle Altersklassen

Die Ausstellung Cosa Mentale zeigt die Faszination der Künstler von der direkten Übertragung von Gedanken und Gefühlen und bietet damit eine einzigartige Sicht auf die Kunstgeschichte von 1880 bis heute. Den Zuschauer lädt sie zu einem unerwarteten Abenteuer der Moderne ein, der Entdeckung des Einflusses der Telepathie auf die Kunst des 20. Jahrhunderts. Dabei geht sie vom Symbolismus bis zur Konzeptkunst chronologisch vor, wobei von Edvard Munch bis zu Vassily Kandinsky sowie von Joan Miró bis zu Sigmar Polke etwa hundert Werke der wichtigsten Künstler vorgestellt werden, die mit dem Besucher in einen ganz neuen Dialog treten, der über alles Bekannte hinausgeht.

Auf verständliche Art und Weise veranschaulicht die Ausstellung, dass im gesamten 20. Jahrhundert Versuche unternommen werden, Denkprozesse sichtbar zu machen und zu materialisieren, und zur gleichen Zeit Vertreter der Avantgarde Experimente im künstlerischen Bereich unternehmen. Die Idee einer direkten Projektion des Denkens hat nämlich nicht nur einen entscheidenden Anteil am Entstehen der Abstraktion, sie beeinflusst auch den Surrealismus und seinen starken Willen, Kreativität zu sehen und zu erzeugen, sowie in der Nachkriegszeit das starke Auftreten von visuellen und Klang-Installationen, um Information zu revolutionieren und schließlich in der Konzeptkunst die „Dematerialisierung der Kunst“ auszurufen.

Zunächst widmet sich die Ausstellung der Erfindung des Begriffs Telepathie im Jahr 1882, als sich die Psychologie mit dem Aufkommen der Telekommunikation konfrontiert sieht. In den Versuchen um 1895, Gedanken zu fotografieren, bis hin zu den ersten „Enzephalogrammen“ 1924, dem Jahr, in dem das Manifest des Surrealismus erschienen ist, zeigt sich die Gehirnaktivität auf völlig transparente Art und Weise und treibt die Künstler dazu, in ihrer Arbeit Konventionen aufzugeben und darauf zu setzen, ein Werk für sich selbst sprechen zu lassen. Die Telepathie ist dabei nicht nur eine geheimnisvolle, paranormale Erscheinung, sondern beschäftigt und bewegt die Künstler im gesamten 20. Jahrhundert. So ist sie im Universum der Science Fiction allgegenwärtig, taucht in der psychedelischen und Konzeptkunst in den Jahren zwischen 1960 und 1970 wieder auf, bevor man sie schließlich zu unserer Zeit in zeitgenössischen Verfahren wiederfindet, denen die Annahme eines gemeinsamen Weltwissens sowie der Boom der Neurowissenschaften zugrunde liegen.


Ausstellungsleitung :
Pascal Rousseau, Dozent für Zeitgenössische Kunst an der Université de Paris I Panthéon Sorbonne. Pascal Rousseau war auch verantwortlich für die Ausstellungen Robert Delaunay. Vom Impressionismus bis zur abstrakten Kunst, 1906-1914 im Centre Pompidou (1999) und Die Anfänge der Abstraktion (1800 – 1914) im Musée d’Orsay (2003).

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